Das richtige Motoröl und die richtigen Flüssigkeiten für den Yanmar AF-15, AF-16, AF-17 und AF-18 sind eine günstige Versicherung gegen teure Reparaturen. In diesem Artikel findest du alle Füllmengen aus der Originalanleitung, welches moderne Öl du heute verwendest und wie du Motoröl, Getriebeöl, Vorderachsöl und Kühlflüssigkeit Schritt für Schritt wechselst.
Geeignet für die gesamte Serie: Yanmar Forte AF-15, AF-16, AF-17 und AF-18. Die Mengen gelten für alle Ausführungen; nur die Torf-Ausführung weicht leicht ab (Motoröl 2,3 l, Getriebe 19,5 l, Kühlsystem 3,0 l).
| Bauteil | Menge | Typ |
|---|---|---|
| Motoröl | 2,4 Liter (Torf: 2,3 l) | Diesel-Motoröl, z. B. 15W40 |
| Getriebe-/Hydrauliköl | 20 Liter (Torf: 19,5 l) | UTTO/STOU-Getriebeöl GL-4 (Original: Yanmar TF500) |
| Vorderachsöl (4WD) | 2,0 Liter | Gleiches Getriebeöl (TF500-Typ) |
| Kühlflüssigkeit | 3,6 l Kühler + 0,4 l Ausgleichsbehälter | Wasser + Ethylenglykol-Frostschutz (LLC) |
| Kraftstoff | 20 Liter | Dieselöl; unter −10 °C Winterdiesel |
| Schmierstellen | — | Mehrzweckfett Nr. 2 |
Die Anleitung aus den neunziger Jahren schreibt ein Diesel-Motoröl der API-Klasse CC vor (damals „Yanmar Super Oil“). Diese Klasse gibt es nicht mehr im Handel; ein modernes 15W40 Dieselöl erfüllt diese Anforderung mühelos und übertrifft sie sogar und ist für diese Motoren in unserem Klima die gängige Wahl. Wechsle das Motoröl alle 100 Stunden (das erste Mal schon nach 50 Stunden) und ersetze den Ölfilter alle 300 Stunden. Miss den Ölstand immer vor dem Start bzw. bei kaltem Motor, mit dem Traktor auf ebenem Untergrund. Die Ölwanne fasst 2,4 Liter: mit einem 5-Liter-Kanister kannst du also zwei Ölwechsel durchführen.
Der Ölwechsel ist einfach: Ablassschraube unten an der Ölwanne bei handwarmem Motor herausnehmen, auslaufen lassen, Schraube wieder einsetzen und über den Einfüllstutzen bis zur oberen Markierung am Peilstab auffüllen. Starte danach kurz den Motor, warte bis die Öldrucklampe erlischt, und kontrolliere den Stand erneut.
Wichtig zu wissen: Das Getriebeöl schmiert bei dieser Serie nicht nur das Getriebe, sondern dient auch als Hydrauliköl für den Kraftheber und die Servolenkung. Verwende daher niemals ein gewöhnliches Getriebeöl (GL-5), sondern ein UTTO- oder STOU-Getriebeöl, das für nasse Bremsen und Hydraulik geeignet ist — das moderne Äquivalent des originalen Yanmar TF500. Das Getriebe fasst ganze 20 Liter und hat vier Ablassschrauben: unten am Getriebegehäuse, unten am 4WD-Antriebsgehäuse sowie links und rechts unten an den Hinterachsbrücken. Lasse das Öl bei warmem Getriebe ab, ersetze gleichzeitig den Leitungsfilter (alle 300 Stunden) und fülle über die Öffnung oben am Hydraulikgehäuse nach. Den Ölstand kontrollierst du mit dem Peilstab zwischen den Trittbrettern.
Die Vorderachse (4WD) hat einen eigenen Ölhaushalt von 2,0 Litern mit drei Ablassschrauben (mittig sowie links/rechts unten) und drei Einfüllöffnungen. Verwende dasselbe Getriebeöl und wechsle alle 300 Stunden. Achtung: den Peilstab rechts oben an der Vorderachse beim Messen NICHT eindrehen.
Das Kühlsystem fasst 4 Liter (3,6 l Kühler + 0,4 l Ausgleichsbehälter). Wechsle die Kühlflüssigkeit jedes Jahr — Frostschutz verliert nach einem Jahr seine korrosionsschützende Wirkung. Ab Werk ist die Flüssigkeit auf −25 °C gemischt (ca. 45 % Frostschutz). Die Mischtabelle aus der Anleitung:
| Schutz bis | −5 °C | −10 °C | −15 °C | −20 °C | −25 °C | −30 °C |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Frostschutzanteil | 18% | 27% | 34% | 39% | 45% | 51% |
Spüle beim Wechsel den Kühler mit sauberem Wasser, bis kein Schmutz oder Rost mehr austritt, und lasse den Motor nach dem Befüllen 5 Minuten im Leerlauf laufen, damit sich die Flüssigkeit vermischt. Sinkt der Stand im Ausgleichsbehälter von selbst leicht ab, fülle nur sauberes Wasser nach.
Tanke normales Dieselöl; bei Temperaturen unter −10 °C Winterdiesel. Nach dem Leerfahren des Tanks oder dem Wechsel des Kraftstofffilters muss das System entlüftet werden — und das ist bei dieser Serie erstaunlich einfach: Tank füllen, Kraftstoffhahn auf „O“ (offen) stellen, prüfen, ob sich das Filtergehäuse füllt, Gashebel auf Maximalstellung bringen und den Anlasser laufen lassen. Das System entlüftet sich dann von selbst. Fahre den Tank am besten nie ganz leer; der Tank fasst mit 20 Litern nicht viel, daher verhindert das Auftanken vor einem langen Arbeitstag unnötige Umstände.