Die Hydraulik deines Kubota GB ist das Herz der Maschine: Sie hebt das Anbaugerät, versorgt die eventuelle Servolenkung und steuert die automatische Nivellierung. Hier liest du, wie das System funktioniert, welche Zapfwellenstufen du hast und welche Anbaugeräte zu jedem Modell passen.
Geeignet für die gesamte Serie: Kubota GB110, GB130, GB140, GB150, GB160, GB170, GB180 und GB200.
Der wichtigste Unterschied innerhalb der Serie liegt in der Anbaugerätekopplung. Die kompakte Gruppe (GB110 bis GB170) hat eine japanische 2-Punkt-Kopplung mit Lagekontrolle: Das Anbaugerät — fast immer eine Fräse — hängt an zwei Unterlenkern mit einem spezifischen Kopplungssystem. Europäische Kat.-1-Anbaugeräte passen hier nicht ohne Weiteres; für manche Modelle gibt es Adapterrahmen, aber bedenke, dass die Anbaumöglichkeiten begrenzt sind. Der GB110HP und die gesamte große Gruppe (GB160/GB180/GB200) haben eine echte 3-Punkt-Hebevorrichtung nach JIS Typ O — vergleichbar mit Kat. 0/1 — wodurch du viel mehr Auswahl an Anbaugeräten hast. Die Hebevorrichtung wird mit dem Positionshebel neben dem Sitz bedient: Die Stellung des Hebels bestimmt direkt die Höhe des Anbaugeräts. Ein einstellbarer Senkgeschwindigkeitsbegrenzer (Hydraulikverriegelung) verhindert, dass das Anbaugerät während des Transports sinkt — wenn deine Hebevorrichtung "nicht mehr sinkt", ist dies oft einfach zugedreht.
Ausführungen mit dem Buchstaben M haben Monroematic: eine elektrohydraulische automatische Nivellierung, die die Fräse horizontal hält (水平制御), auch wenn der Traktor durch eine Spur schräg fährt, plus eine Winkelverstellung (角度調節). Die A-Ausführung (Mecha-Auto) hat eine mechanische Hebeautomatik. Am Bedienpanel wählst du zwischen horizontal halten und manueller Winkeleinstellung. Wartungspunkt aus dem Handbuch: Der Monroematic-Zylinderschlauch muss alle zwei Jahre ersetzt werden. Bekannte Störungspunkte aus der Praxis — sich lösende Sensorstange, Kabelbruch und seltener eine defekte Steuereinheit — behandeln wir im Störungsblog.
| Modell | Zapfwellenstufen (U/min) | Motordrehzahl |
|---|---|---|
| GB110 | 523 / 917 / 418 (Rückwärts) | 3.000 |
| GB130 / GB140 | 554 / 972 / 443 (Rückwärts) | 2.800 |
| GB150 / GB170 | 550 / 965 / 440 (Rückwärts) | 2.500 |
| GB160 / GB180 / GB200 | 451 / 769 / 1.207 / 564 (Rückwärts) | 2.600 |
Die Zapfwellenachse ist eine JIS 35 mm-Achse. Für das An- und Abkoppeln der Zapfwelle gilt: Motor aus, Zapfwellenhebel in Neutral und die Achsenkappe wieder anbringen, wenn kein Anbaugerät angehängt ist. Die Rückwärtsstufe ist für japanische Fräsen mit umgekehrter Drehrichtung gedacht — verwende sie niemals einfach so mit einem europäischen Anbaugerät.
Kubota lieferte ab Werk Seiten- und Mittelfräsen in Arbeitsbreiten von 1,20 bis 1,60 Metern (RSP/RKP-Serie) plus mehrere Multi-Fräsen für den Dammanbau (RT-Serie). Faustregel pro Modell: GB110/GB130 bis etwa 1,2–1,3 Meter, GB140–GB170 bis 1,4 Meter und GB180/GB200 bis 1,6 Meter. Für die große Gruppe waren zudem ein Werkslader und ein Hydraulik-Abzweig (Urea-Drucksatz) lieferbar. Montiere bei schwereren Anbaugeräten immer Frontgewichte: Das Handbuch verlangt, dass mindestens 20% des Gesamtgewichts auf der Vorderachse ruhen bleiben. Kubota lieferte hierfür Stoßfängergewichte von 25 und 40 kg sowie eine Halterung, an der bis zu fünf Gewichte von je 25 kg passen (125 kg insgesamt).
Die Hydraulikpumpe wird aus dem Getriebeöl gespeist. Geht die Hebevorrichtung langsam oder gar nicht hoch, kontrolliere zuerst den Ölstand und den Zustand des Getriebeöls, danach den Hydraulikfilter und das Ansaugsieb. Verschmutztes Öl ist bei dieser Serie die häufigste Ursache — und die günstigste, um sie zu beheben. In unserem separaten Blog über Hydraulikpumpenprobleme bei Iseki und Kubota liest du, wie du eine verschlissene Pumpe erkennst und testest.