Überlegst du, einen Yanmar RS-240, RS-270, RS-300 oder RS-330 zu kaufen? Diese Serie — ausgeschrieben der Yanmar Forte Rice Special — ist eine Familie kompakter 4WD-Dieseltraktoren aus den späten 1990er-Jahren, die ursprünglich für den japanischen Reisanbau gebaut wurden. In Deutschland begegnest du ihnen als Grauimport unter den Bezeichnungen RS24, RS27, RS30 und RS33. In diesem Kaufratgeber stellen wir die vier Modelle gegenüber, erklären den entscheidenden Motorunterschied, geben eine Werteinschätzung und verraten, worauf du bei einem gebrauchten Exemplar achten solltest.
Geeignet für die gesamte Serie: Yanmar Forte Rice Special RS-240, RS-270, RS-300 und RS-330 (auch bekannt als RS24, RS27, RS30 und RS33), einschließlich der Ausführungen R- (Ecotra), S- (Special), J- (High Speed), U- (UFO), V- und Q- (Kabine). Die Zahl in der Typenbezeichnung steht für die Motorleistung: 24, 27, 30 oder 33 PS.
Die RS-Serie basiert auf einem Chassis mit einem Radstand von 1580 mm; der Unterschied liegt im Motor, den Reifen und der Bodenfreiheit. Je höher die Typennummer, desto schwerer der Traktor und desto größer die Reifen — das merkt man deutlich unter einer schweren Fräse oder auf nassem Boden.
| Modell | Leistung | Motor | Gewicht (3P) | Bodenfreiheit |
|---|---|---|---|---|
| RS-240 | 24 PS @ 2600 U/min | 3TNE82 (1425 ccm) | 1140 kg | 310 mm |
| RS-270 | 27 PS @ 2600 U/min | 3TNE84 (1496 ccm) | 1165 kg | 325 mm |
| RS-300 | 30 PS @ 2800 U/min | 3TNE84 (1496 ccm) | 1230 kg | 350 mm |
| RS-330 | 33 PS @ 2800 U/min | 3TNE84 (1496 ccm) | 1250 kg | 370 mm |
Alle vier Modelle sind vierradgetrieben, verfügen über eine vollhydraulische Servolenkung, mechanische nasse Scheibenbremsen, eine trockene Einscheibenkupplung und einen Dreipunkt-Kraftheber mit Lageregelung. Der Name „Rice Special” erklärt die hohe Bodenfreiheit und die serienmäßigen Hi-Lug-Reifen: Diese Traktoren sind so gebaut, dass sie sowohl trockenen als auch nassen Boden bewältigen können.
Wie bei anderen Yanmar-Serien liegt hier der wichtigste Punkt für Ersatzteile. Die Serie läuft mit zwei verschiedenen Dreizylinder-Dieselmotoren aus der Yanmar 3TNE-Familie:
| Motor | Modelle | Bohrung × Hub | Hubraum |
|---|---|---|---|
| 3TNE82 | RS-240 | 82 × 90 mm | 1425 ccm |
| 3TNE84 | RS-270, RS-300, RS-330 | 84 × 90 mm | 1496 ccm |
Die RS-240 hat also eine kleinere Bohrung (82 mm) als die übrigen Modelle (84 mm). Das hat eine praktische Konsequenz: Motordichtungen — insbesondere die Zylinderkopfdichtung — sind zwischen dem 82-mm- und dem 84-mm-Motor nicht austauschbar. Wenn du Teile für den Motorblock bestellst, prüfe immer zuerst die Motornummer auf dem Block. Innerhalb der 84-mm-Gruppe (RS-270 bis RS-330) ist der Block identisch; der Unterschied liegt in der Einstellung und der Drehzahl. Die RS-300 und RS-330 erzielen ihre Mehrleistung durch eine höhere Drehzahl (2800 U/min) als die RS-270 (2600 U/min), obwohl sie denselben Block teilen.
Yanmar lieferte die RS-Serie in mehreren Ausführungen, die in Deutschland durcheinander auftauchen. Die wichtigsten: Die J-Ausführung (High Speed) hat 16 Vorwärts- und Rückwärtsgänge statt 12, mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 22 bis 25 km/h statt 13 bis 15 km/h — spürbar angenehmer bei Transportarbeiten. Die U-Ausführung (UFO) regelt die Arbeitstiefe und die horizontale Ausrichtung des Rotors vollautomatisch über Sensoren, die V-Ausführung lässt die Vorderräder in Kurven schneller mitdrehen für einen kleineren Wenderadius, die R-Ausführung (Ecotra) verfügt über einen sparsamen Eco-Modus, die S (Special) ist eine vereinfachte Ausführung, die nur bei der RS-270 und RS-300 existiert, und die Q-Ausführung verfügt über eine Kabine (manchmal mit Klimaanlage). Am Typenschild erkennst du die Ausführung an dem Buchstaben hinter der Typenbezeichnung.
Besitzer schätzen die RS-Serie wegen der Kombination aus leichter Bedienung und Robustheit. Die vollhydraulische Servolenkung macht das Manövrieren mühelos, selbst mit einer schweren Fräse am Heck — der gemessene Wenderadius ist mit 2,06 bis 2,15 Metern auffallend klein für diese Klasse. Die nassen Scheibenbremsen sind wartungsarm und funktionieren auch bei feuchter Arbeit zuverlässig. Die Dreizylinder-Yanmar-Diesel gelten als drehmomentstark und sparsam; die RS-330 liefert ihr maximales Drehmoment bereits bei 1500 U/min. Und da die Serie für Reisfelder konzipiert wurde, verfügt sie über viel Bodenfreiheit und kommt auch auf nassem, schwerem Boden gut zurecht — genau das, was man für Hofarbeiten, Gartenanlagen, Mulchmähen und Bodenbearbeitung auf kleineren Flächen braucht.
Ehrlich gesagt: Das sind Maschinen, die 25 Jahre oder älter sind und für den japanischen Markt gebaut wurden (Grauimport). Armaturenbrett und Aufkleber sind oft auf Japanisch, und die Elektronik ist für ihre Zeit durchaus umfangreich: Der Kraftheber wird elektrisch-hydraulisch angesteuert, und die UFO-Ausführungen verfügen über Sensoren und Stellmotoren, die nach Jahren ausfallen können. Aus der Praxis und den Erfahrungen von Besitzern treten vor allem folgende Punkte hervor: ein festsitzendes oder korrodiertes Sensorkabel der Rotorhaube, wodurch der Kraftheber oder die automatische Tiefenregelung nicht mehr reagiert, ein verstopftes Kühlergitter oder ein verschlissener Keilriemen, der zu Überhitzung führt, Startprobleme durch alten Kraftstoff, ein undichtes Absperrmagnetventil (Kraftstoffabsperrung) oder ein verschlissener Sicherheitsschalter am Kupplungspedal. Keine Konstruktionsfehler — es sind Folgen von Alterung und aufgeschobener Wartung. Wir behandeln sie einzeln in unserem Störungsblog.
Ein zweiter Aufmerksamkeitspunkt ist die Namensverwirrung: Ein „RS27” und ein „RS-270” sind derselbe Traktor, aber Yanmar baute auch andere Serien mit ähnlichen Nummern. Prüfe im Zweifelsfall immer das Typenschild und die Motornummer, damit du sicher die richtigen Teile bestellst.
Gehe bei der Besichtigung mindestens diese Punkte durch: Startet er zügig, nachdem die Vorglühlampe erloschen ist, und läuft er ruhig im Leerlauf? Kommt bei Vollgas kein anhaltender schwarzer oder weißer Rauch heraus? Reagiert der elektrisch bediente Kraftheber zügig sowohl auf den Hebel als auch auf den Schalter, und senkt sich der Rotor sauber ab, wenn du den Schalter auf „Senken” stellst? Funktioniert der Allradantrieb und greift die Differenzialsperre? Fühlt sich die Kupplung nicht schleifend an (Pedalspiel: 20–30 mm) und bremsen beide Pedale gleichmäßig? Kontrolliere abschließend Kühlflüssigkeit und Motoröl auf Verunreinigung oder Vermischung — das sagt viel über die Wartung aus, die der Traktor erhalten hat.
Ein fester Preis lässt sich nicht angeben — der Wert hängt stark vom Modell, den Betriebsstunden, der Ausführung (Kabine!) und davon ab, ob Geräte dabei sind. Als Richtwert, basierend auf dem Gebrauchtmarkt für vergleichbare japanische Grauimport-Kompakttraktoren (keine feste Bewertung):
| Klasse | Modelle | Indikativer Richtpreis |
|---|---|---|
| Klein | RS-240, RS-270 | ± 4.000 € – 7.000 € |
| Groß | RS-300, RS-330 | ± 5.500 € – 9.000 €+ |
Kabinenausführungen (Q) mit Klimaanlage und gepflegte High-Speed-Exemplare (J) liegen in der Regel darüber. Die größten Preisfaktoren sind die Anzahl der Betriebsstunden, ob der elektrische Kraftheber und der 4WD einwandfrei funktionieren, der Zustand von Reifen und Karosserie, nachweislich aktuelle Wartung und die mitgelieferten Geräte. Ein Traktor mit Wartungshistorie ist seinen Mehrpreis im Vergleich zu einem günstigen, aber unbekannten Exemplar so gut wie immer wert. (Beträge sind Richtwerte und können je nach Zeitpunkt und Region variieren — zuletzt geprüft im Juli 2026.)