Die Hydraulik der Yanmar F195 bis FX265 ist erstaunlich vollständig für Traktoren dieses Alters: Lageregelung, automatische Tiefenregelung und bei der U-Ausführung sogar eine elektronische Hubautomatik. So holst du alles aus dem Heckkraftheber, der Zapfwelle und deinen Anbaugeräten heraus.
Geeignet für die gesamte Serie: F195(D), FX195(D), F215(D), FX215(D), F235(D), FX235(D), F255(D), FX255(D), F265(D) und FX265(D).
Das Hubwerk lernst du am schnellsten über die drei Regler neben dem Sitz kennen:
Heben und Senken während der Arbeit erfolgt über den Hubschalter (One-Touch); die Lift-up-Leuchte am Armaturenbrett leuchtet, solange das Anbaugerät angehoben ist. Achtung: Steht der Lagehebel in der höchsten Stellung, senkt sich das Anbaugerät nicht über den Schalter. Und solange die Zündung auf ON steht, senkt sich das Hubwerk auch bei abgestelltem Motor — halte Kinder vom Traktor fern.
Die Absenkgeschwindigkeit regelst du mit dem Stop-/Slow-Return-Ventil: links herum ist schneller, rechts herum langsamer, und ganz zugedreht blockiert die Hydraulik — vorgeschrieben, wenn du unter einem angehobenen Anbaugerät arbeitest. Die Nicht-UFO-Ausführungen haben zusätzlich ein Absenkkissen, das das Anbaugerät kurz über dem Boden abbremst; für Pflugarbeiten lässt sich das mit dem Dämpferhebel hinter der rechten Abdeckung ausschalten.
Bei eingeschaltetem Backup-Schalter (Leuchte an) hebt das Anbaugerät automatisch an, sobald du den Hauptschalthebel auf Rückwärtsgang stellst — inklusive Warnsummer. Schalte die Automatik aus beim Beladen auf einen Anhänger, beim Überqueren von Dämmen, im Obstgarten oder Gewächshaus sowie bei Anbaugeräten, die nicht am Dreipunkt-Kraftheber hängen.
Die OK-UFO-Automatik (U-Ausführung) regelt elektronisch drei Dinge gleichzeitig: die Frästiefe, die Neigung des Anbaugeräts gegenüber dem Boden und die Stellung der Rotaryhaube. Ein Druck auf die OK-Taste aktiviert alles gleichzeitig, inklusive Absenkkissen. Die Tiefe stellst du mit einem Drehknopf ein (Skala: bis 3 für flache Arbeit, 3–5 für normales Fräsen, ab 4 Richtung tief), die Neigungsautomatik hält die Fräse waagerecht zum Boden, egal wie schräg der Traktor steht, und mit dem Hubstellungs-Drehknopf begrenzt du die maximale Hubhöhe. Auf der Straße schaltest du die Automatik aus (Armaturenbrettleuchten erloschen), damit das Anbaugerät nicht unerwartet absinken kann.
Gut zu wissen bei einer gebrauchten Maschine: eine blinkende Armaturenbrettleuchte bedeutet eine Sensorstörung, und die Neigungs-Nullstellung lässt sich mit der Feinjustierschraube kalibrieren — Anbaugerät 5–10 cm über ebenem Boden anheben und nachjustieren, bis es horizontal hängt. Richte beim Waschen niemals den Hochdruckreiniger auf die Steuerbox, Magnetventile oder Sensoren.
| Modell | Stufen | Drehzahlen bei 2500 U/min |
|---|---|---|
| F/FX195(D) | 3 | 571 / 785 / 1209 U/min |
| F/FX215(D) bis F/FX265(D) | 4 | 574 / 698 / 958 / 1293 U/min |
Die Zapfwelle ist 35 mm (JIS-Maß); prüfe bei einem europäischen Anbaugerät also immer den Anschluss der Gelenkwelle. Schalte die Zapfwelle nur bei vollständig durchgetretener Kupplung und lies die Arbeitsdrehzahl auf der PTO-Skala des Drehzahlmessers ab. Der Kraftheber ist ein Dreipunkt-Anbau JIS Typ 0 (F/FX195) oder Typ 1 (F/FX215 und größer) mit Lageregelung.
Die Zapfwellenleistung wurde nie offiziell veröffentlicht; rechne indikativ mit 85–90 % der Motorleistung. In der Praxis bedeutet das: Die F/FX195 zieht mühelos eine Fräse von 1,30 m (das werkseitige Maß RSB-1302), die Mittelklasse schafft 1,40–1,50 m, und die F/FX255 und 265 eignen sich mit ihrem zusätzlichen Gewicht und der 1,50-m-Fräse auch für Einschar-Pflügen und ernsthafte Transportarbeiten. Die Gangwahl laut Handbuch: Gruppe 1 für Fräsen (Fahrgeschwindigkeit 1–2, Zapfwellenstufe 1–3), Gruppe 2 für Pflügen und Eggen, Gruppe 3 für Transport. Halte beim Fräsen rundherum etwa 2,6 m Vorgewende ein und montiere bei schweren Anbaugeräten die Ballastgewichte (4 × 25 kg Rad- und 2 × 20 kg Frontgewichte) für die Balance.
Externe Hydraulik ist ebenfalls vorhanden: ein einfachwirkender Anschluss am Zylinderkopf (zum Beispiel für einen Kipper, Bedienung über den Lagehebel bei geschlossenem Stoppventil) und ein doppeltwirkender Anschluss beim rechten Aufstieg für einen Frontlader — der Umschalthebel befindet sich unter dem Sitz.
💡 Produkt-Tipp: ein träges oder jaulendes Hubwerk beginnt fast immer beim gemeinsamen Getriebe-/Hydrauliköl. Ersetze bei Beschwerden zuerst den Hydraulikfilter (passt auf die gesamte Serie) und wechsle das Öl — siehe den Flüssigkeitenleitfaden für die richtigen Spezifikationen.