Welcher Mäher passt zu deinem Kleintraktor? Kurz gesagt: ein Sichelmäher für Rasen, Alleen und Obstgarten, die du regelmäßig mähst und wo du ein sauberes Bild willst. Ein Weidemulcher für eine verwilderte Weide, die du ein- oder zweimal im Jahr pflegst. Und ein Mulcher für alles dazwischen, von Wegrändern bis zu Gestrüpp mit dünnen Ästen, weil er fein häckselt und weniger herausschleudert. Willst du das Schnittgut oder das Laub loswerden, dann nimmst du einen Mulcher mit Auffangbehälter. Die Breite bestimmst du mit der Leistung an der Zapfwelle, nicht mit der Motorleistung aus dem Prospekt.
Bist du beim Traktor selbst noch unsicher, dann fang mit unserem Ratgeber: welchen Kleintraktor kaufen an. Hast du Pferde, dann lies auch den Kleintraktor für den Pferdehof. Unten findest du pro Mäher die Arbeitsweise, den Leistungsbedarf und die richtige Breite bei 15 bis 45 PS.

Vier Mähertypen begegnen dir hinter einem Kleintraktor am häufigsten. Sie unterscheiden sich im Schnittbild, darin, was sie bewältigen, und im Leistungsbedarf. Alle Zahlen in dieser Tabelle sind Faustregeln und Richtpreise (Richtwert, Preisstand 2025-2026).
| Typ | Wofür | Gestrüpp und Äste | PS pro Meter (Richtwert) | Preis (Richtwert) |
|---|---|---|---|---|
| Sichelmäher (Parkmäher) | Rasen, Alleen, Obstgarten, regelmäßiges Mähen | Verstopft ab ca. 20 cm Gras, kein Holz | ca. 13 | ca. 1.100-3.250 € für 1,0-2,1 m |
| Weidemulcher | Verwilderte Weide, Geilstellen und Horste, 1-2 Mal pro Jahr | Gestrüpp und Aufwuchs bis ca. 2-3 cm, schwere Ausführung bis ca. 5 cm | ca. 16-17 | — |
| Mulcher | Wegränder, Gestrüpp, Obstgarten, Mulchen | Y-Messer: Gestrüpp bis ca. 1-2 cm; Hammerschlegel: Äste bis ca. 3-5 cm | 10-20 | ca. 1.550 € (90 cm) bis 3.500 € (132 cm), inkl. MwSt. |
| Mulcher mit Auffangbehälter | Rasen, Laub, Vertikutieren, Schnittgut abfahren | Kein Gestrüpp oder Holz | 17-30 | — |
Ein Sichelmäher, auch Parkmäher genannt, hat unter einem Gehäuse meist drei Rotoren mit Messern, die sich überlappen; schmale Ausführungen um 1 Meter haben oft zwei. Das Gehäuse läuft auf Schwenkrädern, und eine Anti-Skalpier-Rolle verhindert, dass die Messer an einer Bodenwelle in die Erde greifen. Bei einem Wessex CMT lässt sich die Schnitthöhe von 19 bis 110 mm einstellen. Das Ergebnis ist ein sauberes, gleichmäßiges Schnittbild.
Die Schwäche ist langes Gras. Ab etwa 20 cm verstopft ein Sichelmäher und lässt Büschel stehen. Ein Sichelmäher ist also eine Maschine für alle, die oft mähen: Rasen, eine Allee, das Gras zwischen den Reihen im Obstgarten. Er schleudert Steinchen und Zweige auch weiter weg als ein Mulcher, pass also an Fenstern, Autos und Radwegen auf.
Der Leistungsbedarf hält sich in Grenzen: Rechne mit etwa 13 PS pro Meter Arbeitsbreite. Ein Majar mit 120 cm und drei Messern braucht mindestens 12 PS und kostet ca. 1.750 €; die Versionen mit 150 und 180 cm ca. 1.950 € und 2.150 € (Richtwert). Die Wartungskosten liegen grob 20 bis 30 Prozent niedriger als bei einem Mulcher (Richtwert). Für lange Alleen und große Rasenflächen auf einem Landgut liest du mehr in unserem Artikel über den Kompakttraktor für ein Landgut.
Ein Weidemulcher hat ein bis drei schwere Messer unter einem robusten Gehäuse, gebaut für raues Gras: Geilstellen, die die Tiere stehen lassen, Horste, eine Weide, die eine Saison nicht gemäht wurde. Gestrüpp und Aufwuchs bis etwa 2 bis 3 cm nimmt er mit, eine schwere Ausführung bis etwa 5 cm (Richtwert). Das Schnittbild ist gröber als bei einem Sichelmäher, aber dafür kaufst du ihn auch nicht.
Der große Vorteil ist die Einfachheit. Wenige Messer, wenige Lager, wenig, was kaputtgehen kann. Messer schleifen und den Ölstand im Winkelgetriebe halten ist die meiste Arbeit. Ein Weidemulcher braucht allerdings mehr Leistung pro Meter als ein Sichelmäher: Rechne mit 16 bis 17 PS pro Meter, die Faustregel ist 5 PS pro Fuß Arbeitsbreite (Richtwert).
Weidemulcher oder Sichelmäher? Jede Woche Rasen mähen: Sichelmäher. Ein- oder zweimal im Jahr verwilderte Weide: Weidemulcher. Beides mit einer Maschine: Mulcher.
Ein Mulcher hat einen horizontalen Rotor über die volle Breite mit Dutzenden Schlegeln, die das Gut fein häckseln. In den Niederlanden ist das der am häufigsten genutzte Mäher hinter einem Kleintraktor. Das Schnittgut bleibt als Mulchschicht liegen und verrottet schnell. Ein Mulcher schleudert viel weniger heraus als ein Sichelmäher, was an Wegen und Gebäuden angenehm ist. Mit Hammerschlegeln verarbeitet er auch Äste bis etwa 3 bis 5 cm (Richtwert). Dickeres Holz ist Arbeit für einen Forstmulcher hinter einem viel schwereren Traktor.
Du hast die Wahl zwischen zwei Schlegelarten:
Ein Beispiel: Der Del Morino Funny 132-C ist 132 cm breit, geeignet für 12 bis 30 PS, wiegt 170 kg und hat 40 Y-Messer oder 20 Hammerschlegel, mit Freilauf. Richtpreis ca. 2.600 € inkl. MwSt. (Richtwert). Ein Einstiegsmodell mit 90 cm für 10 bis 15 PS kostet ca. 1.550 € (Richtwert). Leichte Mulcher brauchen 10 bis 20 PS pro Meter.
Für Wegränder, Grabenränder und entlang von Zäunen oder Baumreihen ist eine Seitenverschiebung praktisch. Sie schiebt den Mulcher 35 bis 45 cm zur Seite, sodass du außerhalb der Traktorspur mähst. Den Del Morino Flipper gibt es von 80 bis 214 cm (176 bis 438 kg) mit Seitenverschiebung als Option; der 132-C kostet ca. 3.500 € inkl. MwSt. (Richtwert). Es gibt auch schwenkbare Ausführungen für Böschungsarbeit. Mehr über Mulcher hinter einem Knicklenker liest du in Anbaugeräte und Frontlader am Knicklenker.
Ein Mulcher mit Auffangbehälter mäht, sammelt das Schnittgut und vertikutiert in einem Arbeitsgang. Im Herbst saugt er auch Laub auf. Damit ist er der Favorit für große Rasenflächen, Parks und Höfe, auf denen du kein Schnittgut liegen lassen willst.

| Modell | Arbeitsbreite | Traktorleistung | Auffangbehälter | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| Peruzzo Koala 1000 | 995 mm | 18-22 PS | 600 l | 240 kg |
| Peruzzo Koala 1200 | 1.175 mm | 20-25 PS | 700 l | 280 kg |
| Peruzzo Koala 1600 | 1.475 mm | 25-35 PS | 900 l | 310 kg |
| Peruzzo Panther 1200-2000 | — | 30-60 PS | 1.200-2.100 l, hydraulische Entleerung | — |
Der Panther hat eine Schnitthöhe von 15 bis 70 mm. Rechne für einen Mulcher mit Auffangbehälter mit 17 bis 30 PS pro Meter (Richtwert), deutlich mehr als für einen Mulcher ohne Behälter. Achte auf das Gewicht: Die Tabelle nennt das Leergewicht, mit vollem Behälter hängt mehr am Dreipunkt-Hubwerk. Ein Mulcher mit Auffangbehälter räumt übrigens keine Pferdeäpfel weg. Dafür gibt es eigene Paddockreiniger.
Für Heu nützt dir kein Mäher, der häckselt: Das Gras muss ganz bleiben, um zu trocknen. Dafür gibt es kleine Trommelmähwerke und den Balkenmäher.
Rechne immer mit der Leistung an der Zapfwelle. Das sind etwa 80 bis 85 Prozent der Motorleistung. Ein Kubota B2301 hat 20,9 PS Motorleistung und 17,5 PS an der Zapfwelle, ein B2601 24,3 und 19,5 PS. Die Tabelle unten geht von der Motorleistung aus und berücksichtigt das bereits (Richtwert).
| Motorleistung | Sichelmäher | Mulcher | Mulcher mit Auffangbehälter |
|---|---|---|---|
| 15 PS | 100-120 cm | 90-110 cm | — |
| 20 PS | 120-150 cm | 110-130 cm | Koala 1000 |
| 25 PS | 150-180 cm | 120-150 cm | Koala 1200 |
| 35 PS | 180-210 cm | 150-160 cm | Koala 1600 |
| 45 PS | 210 cm und breiter | 160-200 cm | — |
Zwei Regeln dazu. Wähl den Mäher mindestens so breit wie die Spur deines Traktors, sonst fährst du das Gras platt, bevor du es mähst. Und bleib im PS-Bereich des Mähers. Hast du zu wenig Leistung, sinkt die Rotordrehzahl in schwerem Bestand ein: Das Schnittbild wird schlecht, das Gehäuse verstopft und der Motor kann absterben.
Eine Pferdeweide mähst du nicht wie einen Rasen. Halte grob 7 bis 10 cm ein und geh nie tiefer als etwa 7,5 cm (Richtwert). Ein- oder zweimal im Jahr abmulchen reicht meistens, öfter, wenn viele Horste stehen. Dafür eignen sich Weidemulcher und Mulcher beide.
Zum Schleppen und Andrücken verwendest du eine Wiesenschleppe und eventuell eine Cambridge-Walze. Mehr über Traktor, Frontlader und Anbaugeräte für Pferde liest du in Kleintraktor für den Pferdehof.
Sichelmäher, Weidemulcher und Mulcher haben alle einen schweren Rotor, der nach dem Abschalten nachläuft. Ohne Freilauf im Antriebsstrang schiebt diese Masse über die Zapfwelle den Traktor nach vorne, auch wenn du die Kupplung trittst. Bei vielen Marken ist ein Freilauf serienmäßig am Mäher, sonst ist er eine Option für etwa 50 € (Richtwert). Fahr nie ohne.
Gegen Hindernisse schützt eine Rutschkupplung oder ein Scherbolzen deine Zapfwelle und das Winkelgetriebe. Brechen die Scherbolzen oft, dann such die Ursache: die Zapfwelle bei hoher Drehzahl eingeschaltet, Hindernisse, Spiel oder ein ausgeschlagenes Bolzenloch, oder ein falscher Bolzen. Eine stärkere Schraube ist nicht die Lösung, denn dann geht das Winkelgetriebe oder die Gelenkwelle kaputt. Passt die Zapfwelle deines Traktors nicht auf den Anschluss des Anbaugeräts, dann löst ein Adapter das Problem.
Achte auf die Zwischenachszapfwelle. Viele Kubotas mit Zwischenachsmähwerk haben eine Zwischenachszapfwelle, die mit rund 2.500 U/min dreht, gegenüber 540 U/min an der Heckzapfwelle. Ein Anbaugerät, das für 540 U/min gebaut ist, passt dort ohne Untersetzung nicht. Welche Drehzahlen dein Traktor hat, unterscheidet sich je nach Modell; schau ins Handbuch.
Ein Mulcher braucht etwa alle 100 bis 150 Betriebsstunden eine Wartung (Richtwert). Sichelmäher und Weidemulcher brauchen weniger. Die feste Liste:
Die Teile für die Wartung deines Traktors und Antriebsstrangs findest du bei uns; siehe auch Wartung: Wartungsplan, Öl und Filter.
Ein Sichelmäher hat meist drei Rotoren (schmale Modelle zwei) mit horizontal drehenden Messern und liefert ein sauberes Rasenbild, verstopft aber in Gras ab etwa 20 cm. Ein Mulcher hat einen horizontalen Rotor mit Schlegeln, die das Gut fein zu einer Mulchschicht häckseln. Er verarbeitet Gestrüpp und, mit Hammerschlegeln, Äste bis etwa 3 bis 5 cm (Richtwert) und schleudert weniger heraus. Für häufiges Mähen der Sichelmäher, für Gestrüpp und Wegränder der Mulcher.
Ein leichter Mulcher braucht etwa 10 bis 20 PS pro Meter an der Zapfwelle (Richtwert). Für 1,20 Meter kommst du damit auf einen Traktor mit etwa 20 bis 25 PS Motorleistung, denn an der Zapfwelle bleiben 80 bis 85 Prozent übrig. Arbeitest du in schwerem Bestand oder Gestrüpp oder willst du einen Auffangbehälter, dann nimm das obere Ende dieses Bereichs.
Y-Messer sind schmale Messer für Gras und feines Häckseln und ergeben das sauberste Schnittbild. Hammerschlegel sind schwerer und robuster; sie vertragen Äste, Gestrüpp und mal einen Stein besser, aber das Schnittbild ist gröber. Mähst du vor allem Gras und Rasen, dann nimm Y-Messer. Mähst du Wegränder, Gestrüpp oder einen Obstgarten mit Schnittholz, dann sind Hammerschlegel die bessere Wahl.
Beide eignen sich, um eine Pferdeweide ein- oder zweimal im Jahr abzumulchen. Ein Weidemulcher ist einfacher und günstiger in der Wartung und kommt gut mit Geilstellen zurecht. Ein Mulcher häckselt feiner, sodass das Schnittgut schneller verrottet. Halte grob 7 bis 10 cm Schnitthöhe ein (Richtwert). Wächst dort Jakobskreuzkraut, dann mulch nicht, sondern fahr das Schnittgut ab, denn getrocknet bleibt es giftig.
Der Rotor eines Sichelmähers, Weidemulchers oder Mulchers ist schwer und dreht nach dem Abschalten noch eine Weile nach. Ohne Freilauf schiebt diese drehende Masse über die Zapfwelle den Traktor nach vorne, auch bei getretener Kupplung. Bei vielen Marken ist der Freilauf serienmäßig am Mäher, sonst ist er eine günstige Option für etwa 50 € (Richtwert). Eine Rutschkupplung oder ein Scherbolzen schützt außerdem gegen Hindernisse.
Nein, nicht ohne Untersetzung. Die Zwischenachszapfwelle vieler Kubotas mit Zwischenachsmähwerk dreht mit rund 2.500 U/min, während ein normaler Mäher für 540 U/min an der Heckzapfwelle gebaut ist. Schließt du ihn trotzdem an die Zwischenachszapfwelle an, dreht er viel zu schnell. Häng einen 540er-Mäher deshalb an das Dreipunkt-Hubwerk und die Heckzapfwelle. Die genauen Drehzahlen unterscheiden sich je nach Modell, schau also ins Handbuch.
Fragen zu Teilen für dein Modell? Schick Marke, Typ und Seriennummer über die Kontaktseite, dann suchen wir das passende Teil heraus.