Welche Bodenbearbeitung passt zu deinem Kleintraktor? Für einen Gemüsegarten oder ein Saatbett auf Sand und leichtem Boden ist eine Fräse völlig in Ordnung, auch die japanische Fräse, die oft mit einem Importtraktor mitkommt. Auf schwerem Klei und zum Umbrechen von Grünland wählst du eine europäische Bodenfräse mit Rutschkupplung. Willst du ein ebenes, feines Saatbett ohne verschmierte Schicht unter der Arbeitstiefe, dann nimmst du eine Kreiselegge. Rechne für eine leichte Bodenfräse mit grob 15 bis 20 PS pro Meter Arbeitsbreite und für eine Kreiselegge mit 20 bis 30 PS pro Meter (Richtwert).
Unten liest du, wie jede Maschine arbeitet, welche Breite zu deiner Leistung passt und wie du Zapfwelle und Anbau richtig hinbekommst. Weißt du noch nicht, welchen Traktor du brauchst, dann fang mit unserem Ratgeber, welchen Kleintraktor du kaufen kannst an. Geht es vor allem ums Mähen, dann lies Sichelmäher, Weidemulcher oder Mulcher: Welcher Mäher passt zu deinem Kleintraktor.

Viele japanische Kleintraktoren aus dem Grauimport kommen mit einer Fräse hinten dran. Das ist eine Reisfeldfräse (in Japan „rotary“), gebaut, um Boden unter Wasser sehr fein zu zermahlen: das sogenannte Puddeln. Der Schritt pro Messer (Pitch) liegt dabei bei 3 bis 5 cm, bei grober Arbeit bei 15 bis 16 cm.
Der Antrieb läuft über einen niedrigen Kettenkasten auf einer Seite. Der ist steif und günstig zu reparieren, begrenzt aber die Arbeitstiefe auf etwa 15 cm und hinterlässt eine Spur. Die Fräsen sind 1,1 bis 1,5 Meter breit (RS1200, RS1351, RS1400: Breite in mm) und wiegen etwa 180 bis 200 kg.
Auf niederländischem Klei und Grünland stößt so eine Fräse an ihre Grenzen. Die bekannten Klagen aus der Praxis:
Außerdem hängt die Fräse an einem japanischen Anbausystem. Für europäische Anbaugeräte musst du das Hubwerk auf Kategorie 1 umbauen (siehe weiter unten).
Für einen Gemüsegarten, ein Saatbett auf Sand oder leichtem Boden und das Feinmachen von bereits bearbeitetem Boden ist die japanische Fräse völlig in Ordnung. Mit diesem Vorgehen holst du das meiste heraus:
| Messertyp japanische Fräse | Einsatz |
|---|---|
| Nata-Messer | Standardmesser, die meisten Fräsen werden damit geliefert |
| L-Messer | Ackerarbeit |
| Blütenförmiges Messer | Flache und feine Arbeit |
Welche Messer auf deine Fräse gehören, unterscheidet sich je nach Modell: Schau ins Handbuch oder vergleiche mit dem alten Messer.
Eine europäische Bodenfräse hängt an einem Dreipunkt-Hubwerk der Kategorie 1 und dreht mit 540 U/min. Eine leichte Kettenfräse ist gut für Sandboden, eine schwerere Fräse mit seitlichem Zahnradgetriebe geht tiefer und passt besser auf Klei. Eine Fräse arbeitet Mist und Gründüngung gut ein und eignet sich zum Umbrechen von Grünland. Rechne damit, dass der Rotor den Traktor nach vorne schiebt. Auf Klei und steinigem Boden ist eine Rutschkupplung zwischen Traktor und Fräse unverzichtbar.
| Bodenfräse | Arbeitsbreite | Leistung | Antrieb | Arbeitstiefe | Gewicht | Preis (Richtwert) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stark RS 115/125/135 | 1,15-1,35 m | 20-25 PS | Kette | 15 cm | 153-173 kg | ca. 1.200-1.300 € |
| Stark RX 140/160 | — | 30 / 40 PS | Seitliches Zahnradgetriebe | 19,5 cm | 360-385 kg | ca. 2.200-2.500 € |
| Majar RDM 125 | — | 15-35 PS | — | — | 151 kg | ca. 1.900 € |
| Breviglieri B40F 125 | — | 20-40 PS | Kette im Ölbad, Rotorwelle 48 mm | — | 200 kg | — |
| Sicma T5 | 52-60 Zoll (ca. 1,32-1,52 m) | 20-35 PS | Mit Rutschkupplung | — | — | — |
Technische Daten laut Angabe von Hersteller oder Verkäufer; Preise Preisstand 2025-2026, Richtwert.
Als grobes Maß rechnest du mit 15 bis 20 PS pro Meter für eine leichte Fräse und 20 bis 30 PS pro Meter für eine Kreiselegge (Richtwert). Auf schwerem Klei oder bei tiefer Arbeit wählst du die schmalere Seite. Der PS-Bereich des Herstellers geht immer vor, und prüf das Gewicht gegen die Hubkraft deines Traktors.
| Motorleistung Traktor | Leichte Bodenfräse (15-20 PS/m) | Kreiselegge (20-30 PS/m) |
|---|---|---|
| 15 PS | ca. 0,75-1,0 m | — |
| 20 PS | ca. 1,0-1,3 m | ca. 0,7-1,0 m |
| 25 PS | ca. 1,25-1,6 m | ca. 0,85-1,25 m |
| 30 PS | ca. 1,5-2,0 m | ca. 1,0-1,5 m |
| 40 PS | ca. 2,0 m und mehr | ca. 1,35-2,0 m |

Eine Kreiselegge (power harrow) hat senkrechte Zinken, die gegeneinander drehen, mit einem Planierbalken und einer Walze dahinter. Der Boden wird zwischen den Zinken gebrochen und nicht an der Maschine verschmiert. So bekommst du keine verschmierte Sohle, sondern ein ebenes Saatbett mit gleichmäßiger Krümelung. Untersuchungen zeigen, dass eine Fräse auf hartem sandigem Lehm nur die halbe Tiefe erreicht, eine Kreiselegge fast die volle Tiefe.
Grenzen: Eine Kreiselegge schneidet Grünmasse nicht durch und eignet sich daher nicht zum Umbrechen von frischem Grünland. Organisches Material entmischt sie eher, als dass sie es einarbeitet, und sie braucht eine Steinsicherung. Die übliche Reihenfolge ist deshalb: erst fräsen oder pflügen, danach die Kreiselegge für ein feines Saatbett. Es gibt auch Kreiseleggen mit aufgebauter Sämaschine, etwa die Muratori ME1 mit Sä-Kit.
| Kreiselegge | Arbeitsbreite | Leistung | Ausführung | Gewicht | Preis (Richtwert) |
|---|---|---|---|---|---|
| Geo MG130 | 130 cm | ab 25 PS | 12 Messer, Rohrstabwalze, Kat. 1, max. 20 cm tief | 260 kg | ca. 2.150 € |
| Geo MG170 | — | ab 30 PS | — | 320 kg | ca. 2.400 € |
| Deleks KR-160 | 165 cm | 30-50 PS | Rotor 300 U/min, Käfigwalze | 330 kg | ca. 2.760 € |
Technische Daten laut Angabe von Hersteller oder Verkäufer, Preise Preisstand 2025-2026, Richtwert. Eine Kreiselegge mit gut 300 kg ist für einen leichten Kleintraktor eine ordentliche Last im Hubwerk.
Kreiselegge oder Fräse? Das hängt von der Arbeit ab.
| Arbeit | Erster Arbeitsgang | Feinarbeit | Achte auf |
|---|---|---|---|
| Gemüsegarten | Fräse (eine japanische Fräse geht) | — | Zwei Durchgänge, nicht auf nassem Klei |
| Rasen anlegen | Fräse oder Spatenmaschine | Kreiselegge oder Grubber, danach walzen | Ebenes Beet ist wichtiger als Tiefe |
| Weide erneuern | Totspritzen und fräsen oder pflügen | Kreiselegge mit Sämaschine | Oder Nachsaat nach dem Striegeln; achte auf den Umbruchtermin |
| Paddock einebnen | Wiesenschleppe, Planierschild oder Grubber | — | Keine Fräse nötig |
| Reihen im Obstgarten | Schmale Kreiselegge oder Fräse mit Seitenverschiebung | — | Anbaugerät schmal genug für die Reihe |
Diese Anbaugeräte ergänzen Fräse und Kreiselegge (Preise Richtwert, Preisstand 2025-2026):
Bevor du eine Weide fräst, schau zuerst, wie es um das Grünland steht. Umbrechen ist nicht immer nötig.
Willst du erneuern, spielt der Termin eine Rolle. Nach den Regeln der RVO (niederländische Agrarbehörde) darfst du Grünland auf Sandboden bis 1. September und auf Klei und Moor bis 15. September umbrechen. Diese Regeln ändern sich regelmäßig; prüf die aktuellen Termine bei der RVO, bevor du anfängst. Für eine Pferdeweide ist Nachsaat im September und Oktober vorzuziehen. Mehr über Weidepflege liest du in dem Kleintraktor für den Pferdehof.
Auf Klei zählt das Timing doppelt: Eine Fräse auf nassem Klei schmiert eine dichte Schicht unter der Arbeitstiefe. Arbeite nur, wenn der Boden trocken genug ist.
Das Hubwerk eines japanischen Kleintraktors passt oft nicht direkt an europäische Anbaugeräte. Du triffst auf:
Für europäische Anbaugeräte baust du auf Kategorie 1 um; wie, unterscheidet sich je nach Modell. Für eine Reihe von Kubota-, Yanmar-, Shibaura- und Iseki-Modellen sind Dreipunkt-Umbausätze lieferbar (siehe Produkttipp). Achte auch auf die Drehrichtung: Die Zapfwelle eines Kubota B6000 dreht gegen den Uhrzeigersinn, daher passen viele europäische Anbaugeräte dort nicht ohne Umkehrgetriebe.
Trifft die Fräse einen Stein oder eine Wurzel, geht der Schlag durch Zapfwelle, Winkelgetriebe und Getriebe. Eine Rutschkupplung zwischen Traktor und Fräse fängt das ab und ist auf Klei und steinigem Boden unverzichtbar.
Eine neue Gelenkwelle ist für einen kleinen Traktor oft zu lang:
Fräsmesser für japanische Fräsen, unter anderem für Iseki, Yanmar und Hinomoto, liefern wir in acht Typen. Der Bestand wechselt; schau in der Kategorie Fräsmesser nach, welche Typen gerade lieferbar sind.
Bei einer japanischen Fräse fassen Kettenkasten und Winkelgetriebe zusammen etwa 4 Liter Öl, meist GL-4/5 SAE 90 oder 80W-90. Manche Kettenkästen brauchen dickeres Öl: Schau ins Handbuch. Wechsle das Öl etwa alle 150 bis 200 Betriebsstunden (Richtwert). Für Fräsen, für die das Handbuch 80W-90 vorschreibt, ist 80W90 GL-4 im 4-Liter-Kanister (SKU-80W90) eine passende Menge.
Schmier Kreuzgelenke und Profilrohre nach der Anleitung der Welle ab und tausch ein Kreuzgelenk mit Spiel rechtzeitig. Für Fräsengelenkwellen mit Kreuzgelenken Walterscheid W2200 oder Bondioli S2 nimmst du das Maß 23,8 x 61,3 mm.
Rechne für eine leichte Bodenfräse mit grob 15 bis 20 PS pro Meter Arbeitsbreite (Richtwert). Ein Traktor mit 20 PS zieht dann eine Fräse von etwa 1,0 bis 1,3 Meter, ein Traktor mit 25 PS etwa 1,25 bis 1,6 Meter. Auf schwerem Klei oder bei tiefer Arbeit brauchst du mehr Leistung, wähl dann also das schmalere Maß.
Eine Fräse hat eine horizontale Rotorwelle mit Messern, die den Boden umarbeiten; sie arbeitet Mist und Gründüngung ein und kann Grünland umbrechen. Eine Kreiselegge hat senkrechte Zinken, die gegeneinander drehen. Sie bricht den Boden ohne Sohle und macht ein ebenes, feines Saatbett, schneidet aber keine Grasnarbe durch. Oft nimmst du erst die Fräse oder den Pflug und danach die Kreiselegge.
Nur bedingt. Die japanische Reisfeldfräse ist gebaut, um Boden unter Wasser fein zu zermahlen. Auf nassem Klei schmiert sie eine dichte Schicht direkt unter der Arbeitstiefe und zerkrümelt den Boden zu fein. Wegen des niedrigen Kettenkastens kommst du nicht tiefer als etwa 15 cm. Für schweren Klei ist eine Fräse mit Zahnradgetriebe oder eine Spatenmaschine besser.
Tausch Fräsmesser, wenn noch etwa 2 bis 2,5 cm Restbreite übrig sind. Die Seitenmesser verschleißen am schnellsten, kontrollier diese also am häufigsten. Montier linke und rechte Messer an derselben Stelle, mit dem geschliffenen Rücken des Messers (der Schneide) zuerst in den Boden, und verwende immer neue Schrauben. Zieh sie nach den ersten Betriebsstunden nach.
Eine Fräse ist für 540 U/min an der Zapfwelle bei voller Motordrehzahl gebaut. Höhere Stufen wie etwa 750 oder 1.000 U/min sind dafür gedacht, mit weniger Gas zu arbeiten, nicht, um die Fräse schneller drehen zu lassen. Kommen 600 bis 700 U/min an der Fräse an, riskierst du Schäden. Wähl für normale Fräsarbeit die 540er-Stufe.
Nach den Regeln der RVO darfst du Grünland auf Sandboden bis 1. September und auf Klei und Moor bis 15. September umbrechen. Diese Regeln ändern sich regelmäßig, prüf also die aktuellen Termine bei der RVO, bevor du anfängst. Umbrechen ist längst nicht immer nötig: Mit 50 bis 80 Prozent guten Gräsern reichen Striegeln und Nachsaat. Eine Pferdeweide säst du am besten im September oder Oktober nach.
Fragen zu Teilen für dein Modell? Nimm Kontakt mit uns auf und nenn Marke und Typ von Traktor und Fräse, dann suchen wir das passende Teil heraus.