Überlegst du, einen Yanmar Super Forte AF-22 bis AF-33 zu kaufen? Dann ist es wichtig zu wissen, dass es sich hierbei nicht um ein einziges Modell handelt, sondern um eine ganze Serie kompakter 4WD-Dieseltraktoren (die MARK-III-Generation), die sich in Motor, Gewicht und Größe deutlich unterscheiden. In diesem Kaufratgeber stellen wir die Modelle gegenüber, erklären den entscheidenden Motorunterschied, geben eine Werteinschätzung und erzählen, worauf du bei einem gebrauchten Exemplar achten solltest.
Geeignet für die gesamte Serie: Yanmar Super Forte MARK III AF-22, AF-24, AF-26, AF-28, AF-30 und AF-33. Die Zahl in der Typenbezeichnung steht für die Motorleistung in PS.

Der Super Forte MARK III ist eine Serie von sechs Modellen, die man grob in drei Größenklassen einteilen kann. Je höher die Typennummer, desto schwerer und größer der Traktor – und das merkt man nicht nur an der Leistung, sondern auch am Gewicht, dem Radstand und den Reifen. Das macht einen erheblichen Unterschied dafür, was man damit machen kann und wie stabil er unter einer schweren Fräse oder einem Schlegelmäher steht.
| Modell | Leistung | Motor | Gewicht (3P) | Größenklasse |
|---|---|---|---|---|
| AF-22 | 22 PS | 3TNS82 (1425 ccm) | 1165 kg | Klein |
| AF-24 | 24 PS | 3TNS82 (1425 ccm) | 1180 kg | Klein |
| AF-26 | 26 PS | 3TNS84 (1496 ccm) | 1225 kg | Mittel |
| AF-28 | 28 PS | 3TNS84 (1496 ccm) | 1255 kg | Mittel |
| AF-30 | 30 PS | 3TNS84 (1496 ccm) | 1380 kg | Groß |
| AF-33 | 33 PS | 3TNS84 (1496 ccm) | 1430 kg | Groß |
Alle Modelle sind vierradangetrieben, haben eine vollhydraulische Servolenkung, eine nasse Scheibenbremse und einen Dreipunkt-Kraftheber mit Positionsregelung. Die Basis ist bei allen sechs also gleich; der Unterschied liegt im Motor und im Format.
Das ist der wichtigste Punkt bei dieser Serie. Die sechs Modelle laufen mit zwei unterschiedlichen Dreizylinder-Dieselmotoren aus der Yanmar 3TN-Familie:
| Motor | Modelle | Bohrung × Hub | Hubraum |
|---|---|---|---|
| 3TNS82 | AF-22, AF-24 | 82 × 90 mm | 1425 ccm |
| 3TNS84 | AF-26, AF-28, AF-30, AF-33 | 84 × 90 mm | 1496 ccm |
Der AF-22 und AF-24 haben also eine kleinere Bohrung (82 mm) als die übrigen Modelle (84 mm). Das wirkt wie ein Detail, hat aber eine praktische Konsequenz: Motordichtungen – insbesondere die Zylinderkopfdichtung – sind zwischen dem 82-mm- und dem 84-mm-Motor nicht austauschbar. Bestellst du Teile für den Motorblock, prüfe immer zuerst, welcher Motor in deinem Traktor verbaut ist (die Motornummer steht auf dem Block). Innerhalb der 84-mm-Gruppe (AF-26 bis AF-33) teilen sich alle denselben Block; der Unterschied zwischen z. B. einem AF-30 und einem AF-26 liegt vor allem in der Einstellung und Drehzahl, nicht in der Bohrung.
Gut zu wissen: Der AF-30 und AF-33 holen ihre zusätzliche Leistung aus einer höheren Drehzahl (2800 U/min) im Vergleich zum AF-26 und AF-28 (2500 U/min), obwohl sie denselben Motorblock teilen.
Besitzer schätzen die Super-Forte-Serie vor allem wegen der Kombination aus Komfort und Solidität, die man bei einem Traktor dieser Größe nicht selbstverständlich findet. Die vollhydraulische Servolenkung macht das Manövrieren leichtgängig, selbst mit einer schweren Fräse am Heck. Die nassen Scheibenbremsen sind wartungsarm und funktionieren auch bei nasser und schwerer Arbeit zuverlässig. Die Dreizylinder-Yanmar-Diesel gelten als drehmomentstark und sparsam, und das breite Angebot an Gängen (Haupt- und Gruppenschaltung mit hydraulischem Shuttle und Kriechgängen) macht den Traktor vielseitig – von präziser Fräsarbeit bis zum Transport.
Da die Serie 4WD mit Differenzialsperre hinten hat, verfügt sie über viel Zugkraft im Verhältnis zu ihrem Gewicht. Für Hofarbeiten, Gartenanlagen, Schlegelmähen und Erdarbeiten im kleinen Maßstab ist das genau das Richtige.
Ehrlich gesagt: Das sind Maschinen aus den Neunzigerjahren, ursprünglich für den japanischen Markt gebaut (Grauimport). Das bringt einige Punkte mit sich, auf die man achten sollte. Das Armaturenbrett, die Warnaufkleber und das Handbuch sind oft auf Japanisch, was die Bedienung anfangs erschweren kann. Achte bei einem Gebrauchtfahrzeug daher darauf, ob die Instrumente und Kontrollleuchten noch alle funktionieren.
Aus der Praxis und den Erfahrungen von Besitzern zeigen sich bei diesem Traktortyp vor allem Beschwerden rund um Kühlung und Startprobleme nach längerem Stillstand: ein verschmutzter Kühler oder ein verschlissener Keilriemen führt zu Überhitzung, und alter Kraftstoff oder ein verstopfter Kraftstofffilter erschwert das Starten. Auch der Allradantrieb verdient Aufmerksamkeit – bei manchen Exemplaren schaltet der 4WD durch Verschleiß an der Kupplung zur Vorderachse nicht mehr richtig ein. Keiner dieser Punkte ist ein Konstruktionsfehler – es sind die üblichen Folgen von Alterung und aufgeschobener Wartung. Wir besprechen sie ausführlich in unserem Störungsblog.
Ein zweiter Punkt ist die Namensverwechslung. Yanmar hat im Laufe der Jahre mehrere AF-Serien gebaut; ein AF-26 (Super Forte MARK III) ist etwas anderes als beispielsweise ein AF-326. Prüfe im Zweifel das Typenschild und die Motornummer, damit du sicher die richtigen Teile bestellst.
Gehe bei der Besichtigung mindestens diese Punkte durch: Startet er zügig (bei kaltem Wetter eventuell nach dem Aufwärmen des Thermostarts) und läuft er rund im Leerlauf? Kommt bei Vollgas kein übermäßiger blauer oder schwarzer Rauch heraus? Reagiert die Hydraulik zügig und hält der Kraftheber seine Position? Funktioniert der Allradantrieb und greift die Differenzialsperre – schalte sie ein und prüfe, ob die Vorderachse wirklich mitzieht? Fühlt sich die Kupplung nicht rutschig an und hat das Bremspedal das richtige Spiel? Kontrolliere abschließend Kühlflüssigkeit und Motoröl auf Verschmutzung oder Vermischung mit Wasser – das sagt viel über die Wartung des Traktors aus.
Ein fester Preis lässt sich nicht angeben – der Wert hängt stark vom Modell, den Betriebsstunden, dem Gesamtzustand und davon ab, ob Anbaugeräte dabei sind. Als Richtwert, basierend auf dem Gebrauchtmarkt für vergleichbare japanische Grauimport-Kompakttraktoren (keine feste Bewertung), steigen die Richtpreise grob mit der Größenklasse:
| Größenklasse | Modelle | Indikativer Richtpreis |
|---|---|---|
| Klein | AF-22, AF-24 | ± 3.500 € – 6.000 € |
| Mittel | AF-26, AF-28 | ± 5.000 € – 8.000 € |
| Groß | AF-30, AF-33 | ± 6.500 € – 10.000 €+ |
Innerhalb jeder Klasse bestimmt vor allem der Zustand, wo man landet: Ein Exemplar mit vielen Stunden, zweifelhaftem 4WD oder abgenutzten Reifen liegt am unteren Ende, während ein gepflegter Traktor mit niedrigen Stunden und einer mitgelieferten Bodenfräse am oberen Ende oder sogar darüber liegt. Die wichtigsten Preisfaktoren sind die Anzahl der Betriebsstunden, ob Allradantrieb und Hydraulik gut funktionieren, der Zustand von Reifen und Blechteilen, nachweislich kürzlich erfolgte Wartung (frisches Öl, Filter, Kühlung) und die mitgelieferten Anbaugeräte. Ein Traktor mit Wartungshistorie und funktionierendem 4WD ist seinen Mehrpreis fast immer wert im Vergleich zu einem günstigen, aber unbekannten Exemplar. (Beträge sind indikativ und können je nach Zeitpunkt und Region variieren – zuletzt geprüft Juni 2026.)