Gute Wartung ist der Grund, warum ein Yanmar RS-240, RS-270, RS-300 oder RS-330 nach 25 Jahren noch täglich läuft. In diesem Artikel findest du den kompletten Wartungsplan aus der Originalanleitung – pro Betriebsstundenstand – sowie alle Einstellwerte für Kupplung, Bremsen, Lenkung, Spur und Keilriemen, sodass du alles selbst kontrollieren und nachstellen kannst.
Geeignet für die gesamte Baureihe: Yanmar Forte Rice Special RS-240, RS-270, RS-300 und RS-330 (auch bekannt als RS24, RS27, RS30 und RS33), einschließlich der R-, S-, J-, U-, V- und Q-Ausführungen.
Die Anleitung schreibt eine kurze tägliche Kontrollrunde vor: Motorölstand, Kühlmittelstand im Ausgleichsbehälter, Batterieflüssigkeit zwischen den Markierungen, Reifendruck sowie sichtbare Undichtigkeiten oder lose Teile. Arbeitest du in Stroh, Gras oder Staub, reinige zusätzlich vor und nach der Arbeit das Kühlergitter (das herausnehmbare Sieb vor dem Kühler) – ein verstopftes Gitter ist bei dieser Baureihe die häufigste Ursache für Überhitzung. Kontrolliere abschließend, ob die elektrischen Kabel nirgends anliegen und ob sich keine Strohreste auf Batterie oder Auspuff befinden.
| Wartungspunkt | Intervall (laut Anleitung) |
|---|---|
| Motoröl wechseln | Erstmals nach 50 Stunden, danach alle 100 Stunden |
| Motorölfilter wechseln | Erstmals nach 50 Stunden, danach alle 300 Stunden (bzw. alle 2–3 Ölwechsel) |
| Getriebeöl (auch Hydraulik-/Lenkölöl) kontrollieren | Alle 50 Stunden; Wechsel erstmals nach 50 Stunden, danach alle 300 Stunden |
| Leitungsfilter (Getriebeölfilter) wechseln | Erstmals nach 50 Stunden, danach alle 300 Stunden |
| Vorderachsöl kontrollieren / wechseln | Kontrolle alle 50 Stunden; Wechsel alle 300 Stunden |
| Ölsieb im Getriebe reinigen | Bei jedem Ölwechsel (50/300/600 Stunden) |
| Kraftstofffilter/-sieb reinigen — Element wechseln | Reinigung alle 100 Stunden; Element wechseln alle 300 Stunden |
| Luftfilterelement reinigen / wechseln | Normal: Reinigung alle 100 Stunden, Wechsel alle 1000 Stunden; bei staubiger Arbeit: Reinigung alle 50 Stunden, Wechsel alle 400 Stunden; mindestens 1× jährlich wechseln |
| Kühlergitter und Kühlrippen reinigen | Alle 50 Stunden (bei Stroh/Staub: an jedem Arbeitstag) |
| Kühlmittel kontrollieren / wechseln | Kontrolle täglich; Wechsel 1× jährlich, inklusive Spülen des Kühlers |
| Batterieflüssigkeit / spezifisches Gewicht + Nachladen | Flüssigkeit täglich; Dichte und Ladung alle 100 Stunden |
| Abschmieren (Bremspedalachse, Kupplungsachse, Achsschenkelbolzen Vorderachse) | Alle 50 Stunden, und immer nach Arbeiten in nassem Gelände oder Schlamm |
| Keilriemen (Lüfter) kontrollieren | Alle 50–100 Stunden; neuen Riemen nach 50 Stunden erneut kontrollieren |
| Kraftstoffleitungen und Schlauchschellen kontrollieren | Alle 50 Stunden; Wechsel alle 2 Jahre |
| Kühlerschläuche und Servolenkungsschläuche | Täglich kontrollieren; Wechsel alle 2 Jahre |
| Elektrische Verkabelung kontrollieren | Alle 50 Stunden oder 1× jährlich |
| Spurstangenköpfe und wichtige Schrauben nachziehen | Alle 100 Stunden |
| Ventilspiel und Einspritzdüsen kontrollieren lassen | Alle 600 Stunden (Werkstatt) |
Warum dieses erste 50-Stunden-Intervall? Nach einer Überholung oder bei einem neu montierten Riemen oder Filter lösen sich in den ersten Betriebsstunden die meisten Verunreinigungen und die stärkste Längung. Yanmar lässt dich deshalb nahezu alles nach 50 Stunden erstmals wechseln oder nachstellen, bevor du auf das längere Intervall übergehst. Fährst du wenig Stunden pro Jahr, halte dich an die Jahresgrenze: Kühlmittel und Luftfilterelement jährlich, Schläuche und Kraftstoffleitungen alle zwei Jahre – auch wenn der Betriebsstundenzähler niedrig steht.
Diese Werte stammen direkt aus der Anleitung und lassen sich mit einfachem Werkzeug selbst überprüfen:
| Einstellpunkt | Wert | Einstellung über |
|---|---|---|
| Spiel Kupplungspedal | 20 – 30 mm | Spannschraube (Turnbuckle) unter dem Trittbrett; Kontermutter nachziehen |
| Spiel Bremspedale (links = rechts!) | 20 – 30 mm | Spannschraube pro Pedal, hinter den Bremspedalen |
| Spiel Lenkrad | 20 – 50 mm | Bei Abweichung: Werkstatt (vollhydraulische Lenkung) |
| Vorspur Vorderräder | 0 – 5 mm (A−B ± 5 mm) | Spurstangenenden; Kontermuttern festziehen |
| Durchbiegung Keilriemen | 10 – 15 mm bei Daumendruck | Lichtmaschine kippen (Befestigungsschraube lösen) |
| Reifendruck | 1,5 kg/cm² vorne / 1,0 kg/cm² hinten | — |
| Radschrauben vorne | RS-240/270: 6,7–8,5 kgm · RS-300/330: 16–19,6 kgm | Drehmomentschlüssel |
| Radschrauben hinten | 16 – 19,6 kgm (alle Modelle) | Drehmomentschlüssel |
| Felgen-/Ringschrauben Hinterrad (RS-270/300/330) | 34 – 37 kgm; Markierungen müssen fluchten | Drehmomentschlüssel + neue Markierung setzen |
Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Erstens das Bremsspiel: Ist es links und rechts ungleich, bremst der Traktor einseitig – auf der Straße ausgesprochen gefährlich. Kontrolliere nach dem Einstellen auch, ob die Feststellbremse noch greift, wenn du das Pedal vollständig durchtrittst. Zweitens der Keilriemen: Lässt sich die Lichtmaschine ganz nach außen schwenken und rutscht der Riemen trotzdem noch, ist er verschlissen und muss ersetzt werden – kontrolliere ihn danach nach 50 Stunden erneut.
Praktische Eselsbrücke aus der Anleitung: Beim Starten darf der RS kurz leicht schwarz rauchen, danach sollte der Auspuff farblos sein. Anhaltender schwarzer Rauch deutet auf ein zu fettes Gemisch oder einen verstopften Luftfilter hin; weißer Rauch bedeutet, dass Motoröl mitverbrennt (oder bei kaltem Wetter nur Wasserdampf). Raucht der Motor auch ohne Last schwarz oder weiß, sollte er überprüft werden.