Steht dein Yanmar RS-240, RS-270, RS-300 oder RS-330 ein paar Monate in der Scheune? Gerade in der Standzeit entstehen die meisten Probleme: eine leere Batterie, eine festgerostete Kupplung, alter Kraftstoff und gefrorenes Kühlmittel. Mit diesem Stufenplan – basierend auf den Einlagerungsvorschriften aus der Originalanleitung – startet dein RS im Frühjahr, als hätte er gestern noch gearbeitet.
Geeignet für die gesamte Serie: Yanmar Forte Rice Special RS-240, RS-270, RS-300 und RS-330 (auch bekannt als RS24, RS27, RS30 und RS33), einschließlich der R-, S-, J-, U-, V- und Q-Ausführungen.
1. Reinige den Traktor gründlich. Spritze Schlamm und Ernterückstände ab – besonders rund um das Kühlergitter, die Batterie und den Kraftheber. Lass alles gut trocknen; angetrockneter Schmutz hält Feuchtigkeit fest, und das bedeutet Rost.
2. Tanke voll auf. Ein voller Tank kann nicht kondensieren; so verhinderst du Wasser im Kraftstoff und einen verstopften Filter im Frühjahr. Verwende für den Winter Winterdiesel (normaler Diesel flockt unter −10 °C aus).
3. Wechsle das Öl rechtzeitig. Steht ein Wechsel rund um die Einlagerung an, führe ihn vorher durch: säurehaltiges, verschmutztes Öl greift über einen ganzen Winter Lager und Dichtringe an. Sieh im Wartungsplan nach, welche Wartung ansteht.
4. Kontrolliere das Frostschutzmittel. Das Kühlsystem (5,6 Liter) muss in unserem Klima mindestens bis −15 bis −25 °C geschützt sein; die Mischverhältnisse findest du im Flüssigkeiten-Blog. Frostschutzmittel älter als ein Jahr: ersetzen, auch wenn es noch "gut genug" gegen Frost schützt – der Korrosionsschutz ist dann aufgebraucht.
5. Nimm die Batterie heraus. Die Anleitung ist hier eindeutig: Klemme die Batterie ab (zuerst den Minuspol), nimm sie mit an einen frostfreien Ort und lade sie jeden Monat nach. Ziehe auch den Zündschlüssel ab und bewahre ihn separat auf.
6. Verriegele das Kupplungspedal in getretener Stellung. Die RS-Serie verfügt hierfür über eine Verriegelung: So steht die Kupplungsscheibe frei vom Schwungrad und kann nicht festrosten – die klassische Einlagerungskrankheit bei Traktoren, die monatelang stillstehen.
7. Schmiere alle Schmierstellen und blanken Teile. Abschmieren (Bremspedalachse, Kupplungsachse, Zentrierbolzen), die Zapfwellenkeilwelle einfetten und die Kappe aufsetzen, sowie blanke Teile wie die Kolbenstange des Krafthebers und die Spurstangen leicht einölen oder einfetten.
8. Setze das Gerät auf den Boden und senke den Kraftheber ab. Lass ein Gerät nie monatelang im Kraftheber hängen: Das belastet die Hydraulik und ist gefährlich für Kinder auf dem Hof. Feststellbremse anziehen, Räder gegebenenfalls blockieren.
9. Lagere trocken und decke clever ab. Die Einlagerung im Innenbereich ist am besten. Verwendest du eine Plane, sorge für Luftzirkulation – eine straff gespannte Plane über einem feuchten Traktor wirkt wie ein Treibhaus. Stelle den Traktor nicht mit den Reifen auf nassen Boden; erhöhe den Reifendruck etwas und stelle ihn auf Bohlen oder, bei sehr langer Einlagerung, auf Böcke.
10. Drehe ihn monatlich einmal durch. Wenn möglich, starte den Motor alle vier bis sechs Wochen und lass ihn auf Betriebstemperatur kommen (nicht drei Minuten im Leerlauf, sondern wirklich warmwerden lassen). Fahre ein kleines Stück, damit Bremsen, Kupplung und Reifen bewegt werden. Klappt das Starten nicht (Batterie ausgebaut), rolle ihn zumindest ein Stück, damit die Reifen keine Standplatten bekommen.
Montiere die Batterie (Pluspol zuerst), kontrolliere alle Füllstände – Motoröl, Getriebeöl, Kühlmittel, Vorderachsöl – und schau unter dem Traktor nach, ob während der Einlagerung nichts undicht geworden ist. Prüfe, ob sich keine Mäuse im Luftfiltergehäuse oder in der Verkabelung eingenistet haben: Nagerschäden an Kabeln sind bei eingelagerten Traktoren eine berüchtigte Ursache für diffuse elektrische Störungen. Entriegele das Kupplungspedal, glühe vor und starte. Lass den Motor fünf Minuten bei etwa 1500 Umdrehungen warmlaufen und teste danach in Ruhe die Bremsen, die Kupplung, die Lenkung und den Kraftheber, bevor du aufs Feld fährst. Raucht er die ersten Minuten etwas – das ist normal nach langem Stillstand; hält es an, sieh im Störungen-Blognach.
Praktische Eselsbrücke für das Jahr: Frühjahr = große Wartung (Öl, Filter, Einstellung) vor Saisonbeginn; Sommer = Kühlergitter und Kühlung bei Mäh- und Fräsarbeiten im Auge behalten; Herbst = Abschmieren nach der nassen Arbeit und die Maschine sauber in den Winter schicken; Winter = Einlagerung nach dem obigen Stufenplan, oder bei Weiterarbeit: Winterdiesel und besondere Aufmerksamkeit für Batterie und Vorglühen.