Welche Anbaugeräte kannst du realistisch an einen Yanmar RS-240, RS-270, RS-300 oder RS-330hängen? In diesem Artikel behandeln wir den Dreipunkt-Kraftheber, die Zapfwelle (PTO), die elektrisch gesteuerte Hydraulik und die automatische Tiefen- und Horizontalregelung (UFO), und übersetzen die PS-Angaben sowie die gemessene Hub- und Zugkraft in konkrete Geräteauswahl.
Geeignet für die gesamte Baureihe: Yanmar Forte Rice Special RS-240, RS-270, RS-300 und RS-330 (auch bekannt als RS24, RS27, RS30 und RS33), einschließlich der R-, S-, J-, U-, V- und Q-Ausführungen.
Der Kraftheber ist eine Dreipunkt-Aufhängung der Kategorie JIS I mit Positionsregelung: Die Stellung des Hebels bestimmt die Höhe des Anbaugeräts, und diese Stellung wird gehalten. Besonders an der RS-Serie ist der elektrisch angesteuerte Schnellheber: Neben dem Hebel befindet sich ein Kippschalter, mit dem du das Anbaugerät am Vorgewende in einer einzigen Bewegung bis zur eingestellten Höhe anhebst und wieder absenkst. Die Hydraulikpumpe liefert 21 bis 24 l/min bei etwa 15,3 MPa; die gemessene Hubkraft an den Kugeln beträgt circa 1235–1245 kgf. Ein Senkgeschwindigkeitsventil (油圧ストップ/slow return) unter dem Sitz regelt, wie schnell das Anbaugerät absinkt — vollständig zugedreht verriegelt es das Anbaugerät in Position, praktisch beim Transport. Checkketten begrenzen das seitliche Spiel der Unterlenker.
Die Zapfwelle (35 mm, JIS) hat drei Vorwärtsdrehzahlen und eine Rückwärtsdrehzahl — bei der RS-240/270 sind das 550, 796 und 1270 U/min (rückwärts 665), bei der RS-300/330 592, 857 und 1367 U/min (rückwärts 716). Die niedrigste Stufe entspricht der gängigen "540"-Stufe von Anbaugeräten: Verwende diese für Fräsen, Schlegelmäher und andere Standardgeräte, und halte dich immer an die vom Gerätehersteller vorgeschriebene Drehzahl. Der Zapfwellen-Rückwärtsgang ist für spezielle Anwendungen gedacht (zum Beispiel das Freibekommen einer verstopften Fräse) — sei damit vorsichtig, falsche Anwendung kann das Gerät beschädigen. Setze die Schutzkappe auf die Welle, wenn du sie nicht benutzt, und fette die Keilverzahnung ein.
Die U-Ausführung verfügt über Yanmars UFO-System: Sensoren an der Rotorhaube messen kontinuierlich die Arbeitstiefe, und ein Stellmotor hält die Fräse automatisch auf der eingestellten Tiefe und horizontal, auch auf unebenem Gelände. Das ergibt ein gleichmäßiges, sauberes Fräsbild, ohne dass du selbst nachsteuern musst. Als Besitzer solltest du bedenken, dass dieses System von einem leichtgängigen Sensorkabel und einem einwandfrei funktionierenden Stellmotor abhängt; ein schwergängig gewordenes Kabel ist ein bekannter Verschleißpunkt (siehe den Störungs-Blog). Der S-Ausführung fehlt der elektrische Geräteschalter und die zugehörige Automatik — bewusst einfach gehalten.
Wichtig zu verstehen: Die Zahl auf der Motorhaube ist die Motorleistung, aber an der Zapfwelle bleiben davon etwa 90 Prozent übrig (gemessen: 18,3 bis 22,3 kW), und die Zugkraft am Anhängerhaken ist nochmal eine andere Sache — die wird vor allem durch Gewicht und Grip bestimmt. Faustregeln pro Anbaugerät:
| Anbaugerät | RS-240 / RS-270 | RS-300 / RS-330 |
|---|---|---|
| Bodenfräse | 150 – 170 cm | 170 – 180 cm |
| Schlegelmäher | 135 – 150 cm | 150 – 160 cm |
| Pflug | 1-Schar, leichter 2-Schar | 2-Schar (Streichblech ± 25 cm) |
| Kultivator/Kombinator | 140 – 160 cm | 160 – 180 cm |
| Kippanhänger (mit Auflaufbremse) | 1,5 Tonnen | 1,5 – 2 Tonnen |
| Schneeschild / Kehrmaschine | 140 – 150 cm | 150 – 160 cm |
Als Referenz: Yanmar lieferte die Serie ab Werk mit einem eigenen Rotor von 160 cm (RS-240), 170 cm (RS-270/300) oder 180 cm (RS-330) — das ist also die Fräsgröße, für die der Hersteller die Maschine selbst dimensioniert hat. Bei Zapfwellengeräten, die viel Leistung erfordern (Schlegelmäher in schwerem Gras, tiefe Bodenbearbeitung), merkst du den Unterschied zwischen 24 und 33 PS deutlich; für Zugarbeit zählt vor allem das Gewicht, und da liegt zwischen den 1140 kg der RS-240 und den 1250 kg der RS-330 weniger Unterschied, als die Typennummern vermuten lassen. Verwende bei schweren gezogenen Geräten Frontgewichte — die Bedienungsanleitung schreibt diese auch vor, um die Vorderräder am Boden zu halten.
Kopple auf ebenem, festem Untergrund an: Unterlenker am Anbaugerät, Sicherungsstifte einsetzen, dann die Oberlenkerstange und zuletzt die Zapfwelle (Motor aus!). Prüfe nach dem Ankoppeln, ob die Checkketten das seitliche Spiel begrenzen und ob die Zapfwelle beim Heben nirgends anschlägt. Und die wichtigste Regel aus der Bedienungsanleitung: Starte den Motor niemals, während die Leuchte "Gerät angehoben" brennt — der Kraftheber kann dann unerwartet nach oben schießen.