Die Hydraulik und Zapfwelle der Yanmar GK13, GK14, GK16 und GK18 machen diese kompakte Baureihe überraschend vielseitig: 550 kg Hubkraft, eine zweistufige Zapfwelle und bei den U-Ausführungen sogar eine automatische Anbaugerätesteuerung. In diesem Artikel erfährst du, was die GK-Serie leistet, welche Anbaugeräte dazu passen und wie du Hubwerk und Zapfwelle richtig bedienst.
Geeignet für die gesamte Serie: Yanmar GK13, GK14, GK16 und GK18 (Ecotra), sowie die europäischen Ausführungen GK160 und GK200(R).
Der Dreipunkt-Kraftheber ist Kategorie 1N mit Lageregelung: Die Stellung des Hubhebels bestimmt exakt die Arbeitshöhe des Geräts, und die maximale Hubkraft beträgt 550 kg an den Kugelköpfen. Die Senkgeschwindigkeit regelst du mit dem Hydraulikstopp-/Senkgeschwindigkeitsventil ("oil pressure stop / slow return") — vollständig geschlossen verriegelt das Gerät in der höchsten Stellung, zum Beispiel für den Transport oder Wartungsarbeiten unter der Maschine. Lasse ein angehobenes Gerät nie nur auf der Hydraulik ruhen, wenn du darunter arbeitest: Ventil schließen UND zusätzlich abstützen.
Hubwerk, Getriebe und Servolenkung teilen sich dasselbe 7-Liter-TF-500-Öl. Ein träges Hubwerk ist also selten ein reines "Hubproblem": Prüfe zuerst den Ölstand, dann den Getriebeölfilter (OEM 198421-24910) und die Stellung des Senkgeschwindigkeitsventils.
Alle GK's können beim Rückwärtsfahren automatisch heben (Back-up-Lift): Stellst du den Hauptschalthebel auf Rückwärtsgang, hebt sich das Gerät automatisch — ideal beim Fräsen am Vorgewende. Möchtest du das nicht (zum Beispiel bei der Arbeit mit einem Kipper), schaltest du die Funktion mit dem Back-up-Schalter aus. Die U-Ausführungen verfügen zusätzlich über Yanmars UFO-Regelung: eine Höhen- und Neigungsautomatik, die das Gerät horizontal und auf eingestellter Tiefe hält, bedient über den UFO-Schalter, den Einstellregler und den Handhebel. Teste beim Kauf einer U-Ausführung unbedingt alle diese Funktionen — die Sensoren und Stellmotoren sind modellspezifisch.
| Zapfwellenstufe | GK13 / GK14 / GK18 (bei 2400 U/min) | GK16 (bei 2300 U/min) |
|---|---|---|
| 1 | 579 U/min | 555 U/min |
| 2 | 971 U/min | 931 U/min |
| Rückwärts | 757 U/min | 725 U/min |
Die Welle ist ein Standardtyp 1 (35 mm, 6 Keilnuten), sodass gängige europäische Anbaugeräte direkt passen. Stufe 1 nutzt du für 540er-Zapfwellengeräte — laut der europäischen Broschüre dreht die Zapfwelle bei 2339 Motorumdrehungen genau 540 U/min, sodass ein leichtes Zurücknehmen von Vollgas ausreicht. Stufe 2 ist für leichte Arbeiten mit hohem Drehzahlbedarf gedacht; die Rückwärts-Zapfwelle nutzt du bei einer Fräse, die entgegengesetzt drehen muss, oder um einen verstopften Fräskasten freizudrehen. Kuppel die Zapfwelle stets bei niedriger Motordrehzahl ein.
Mit 13 bis 18,5 PS und 545–590 kg Eigengewicht ist dies ein leichter Kompakttraktor: Die Zapfwellenleistung reicht problemlos für eine Bodenfräse von 1,0–1,4 m (Yanmar lieferte werkseitig RZ/RCZ-Fräsen von 900 bis 1400 mm Arbeitsbreite, abgestimmt je nach Modell), einen Schlegelmäher bis etwa 1,2 m, einen Kreiselmäher, eine Schneefräse oder einen Holzhäcksler der leichten Klasse. Zugarbeiten (Kipper, Kultivator, Wallfräse) sind problemlos möglich, solange du das Gewicht beachtest: Der Traktor selbst wiegt keine 600 kg, sodass Frontballast bei schwerem Anbau kein Luxus ist. Yanmar liefert dafür ein Frontgewichte-Set: Grundgewicht 20 kg (OEM 7TS100-05000) plus maximal zwei Zusatzgewichte von je 15 kg (OEM 7TS100-04000). Faustregel aus der Bedienungsanleitung: Bei angehobenem Gerät muss der Vorderraddruck ausreichend bleiben, um lenken zu können — bemerkst du ein leichtgängiges Lenkverhalten, ist Ballast Pflicht.
Die hintere Spurbreite ist in drei Stufen verstellbar (zum Beispiel 800/850/900 mm beim GK16/GK18-Standard) durch Umstecken der Räder; die Bedienungsanleitung gibt dabei Anzugsmomente für die Radbolzen vor — ziehe sie nach den ersten 50 Betriebsstunden und danach alle 100 Stunden nach. Wähle an Hängen und mit Mähwerken die breiteste Einstellung, die deine Situation zulässt.
Hydraulik träge oder Lenkung schwergängig? Beide Systeme laufen mit demselben Öl und derselben Pumpe. Beginne mit frischem TF-500-Fluid und einem sauberen Getriebeölfilter, und lies dir dazu unseren Artikel über Motoröl und Flüssigkeiten für die GK-Seriedurch. Für Kühl- und Motorbauteile des 3TNV70/3TNV76 — wie die Wasserpumpe 3TNV70 (SKU-40070) und Wasserpumpe 3TNV76 mit Thermostat (SKU-351-T) — siehe unsere Motoren-Wissensdatenbank.