Zum Inhalt springen
Zurück zum Blog

Yanmar AF-15 bis AF-18 kaufen: Erfahrungen, Stärken und Schwächen

Die Yanmar Forte AF-15, AF-16, AF-17 und AF-18 sind kompakte 4WD-Dieseltraktoren aus den neunziger Jahren, die als Japan-Import auch in den Niederlanden und Belgien häufig auf Gartenbaubetrieben, Reitställen und bei Privatpersonen im Einsatz sind. In diesem Kaufratgeber stellen wir die Unterschiede zwischen den vier Modellen gegenüber, benennen ehrlich die Stärken und Schwächen und geben eine Checkliste für die Besichtigung.

Geeignet für die gesamte Serie: Yanmar Forte AF-15, AF-16, AF-17 und AF-18, einschließlich der Ausführungen Y (Sicherheitsrahmen), U (OK-UFO), U1 (EG-UFO), F (Obstbau), V (Hi-Grip), B (Wende-PTO), R (Kriechgang), P (Servolenkung), T (Rasen/Torf) und K (Schnellkupplung) sowie die Limited-Modelle.

Yanmar AF-Serie: welche Modelle gibt es?

Die Forte AF-Serie wurde etwa von 1992 bis 1996 (Richtwert) gebaut und folgte auf die Yanmar F-Serie. Alle vier Modelle teilen sich das gleiche Fahrgestell mit einem Radstand von 1350 mm, einer Gesamtlänge von 2620 mm und einem wassergekühlten 3-Zylinder-Dieselmotor mit 2500 U/min Nenndrehzahl.

Modell Motor Hubraum Leistung Gewicht (mit Hubwerk)
AF-15 Yanmar 3TNA72 879 ccm 15 PS / 2500 U/min 720 kg
AF-16 Yanmar 3TNA72 879 ccm 16 PS / 2500 U/min 730 kg
AF-17 Yanmar 3TNE74 1006 ccm 17 PS / 2500 U/min 740 kg
AF-18 Yanmar 3TNE74 1006 ccm 18 PS / 2500 U/min 750 kg

Achten Sie bei der Suche auf die Schreibweise: Die AF-15 bis AF-18 (mit Bindestrich) ist eine andere Serie als die spätere Forte AF150 bis AF180. Eine Anzeige mit „Yanmar AF150″ bezieht sich also auf den Nachfolger, nicht auf diese Maschine. Prüfen Sie im Zweifelsfall immer das Typenschild und den Motorcode.

Yanmar AF-15/16 oder AF-17/18: der eigentliche Unterschied

Der wichtigste Unterschied liegt unter der Motorhaube. Die AF-15 und AF-16 haben den 3TNA72 mit 72 mm Bohrung (879 ccm); die AF-17 und AF-18 den größeren 3TNE74 mit 74 mm Bohrung und längerem Hub (1006 ccm). Das bedeutet, dass Motorteile wie Zylinderkopfdichtungen nicht austauschbar zwischen den beiden Gruppen sind: Für die AF-15/16 passt die Zylinderkopfdichtung 3TNA72 (SKU-65088), für die AF-17/18 die Zylinderkopfdichtung 3TNE74 (VAR-0065). Filter, Wasserpumpe, Thermostat und Glühkerzen sind hingegen für die gesamte Serie identisch.

Darüber hinaus gibt es deutliche Ausstattungsunterschiede: Die Limited-Modelle (AF-16/AF-18) haben keine Kriechgänge und keine Wende-PTO, die Obstbau-Ausführung (AF-15/AF-17) ist niedriger gebaut mit kleineren Reifen, und die Rasen-Ausführung (AF-16/AF-18) hat breite Rasenreifen, serienmäßige Servolenkung und als einzige einen zu- und abschaltbaren Vorderradantrieb.

Yanmar AF-Serie: Stärken

Die Motoren der 3TN-Baureihe gelten bei normaler Wartung als nahezu unverwüstlich, und da dieselben Motorblöcke auch in Kompakttraktoren anderer Marken sowie in Industriemaschinen verbaut wurden, sind Motorteile gut erhältlich. Die Maschine ist kompakt (ab 1050 mm Breite), wendig und mit 720–750 kg leicht genug für Rasen und weichen Boden, während Sperrdifferential und Allradantrieb für viel Grip sorgen. Das Getriebe mit 8 Vorwärts- und 8 Rückwärtsgängen (12 bei der Kriechgang-Ausführung) und der Shuttle-Hebel neben dem Lenkrad machen die Bedienung angenehm. Das Hydraulik-Hubwerk mit Lageregelung und automatischer Frästiefenregelung (Auto-Rotary) ist für diese Klasse vollständig ausgestattet.

Yanmar AF-Serie: Schwächen und Punkte, auf die zu achten ist

Ehrlich gesagt gibt es auch Punkte, die man beachten sollte. Es handelt sich um einen Grauimport: Offizielle Yanmar-Händler liefern für diese japanischen Inlandsmodelle in der Regel keine Ersatzteile, sodass man auf spezialisierte Aftermarket-Anbieter angewiesen ist. Motorteile sind gut erhältlich; Blechteile und Elektronik sind schwieriger zu bekommen. Aus der Praxis kennt man vor allem altersbedingte Probleme: verhärtete Kraftstoffleitungen, die Luft ansaugen, ein verschmutztes Tanksieb, verschlissene Glühkerzen, wodurch der Kaltstart erschwert wird, sowie Spannungsregler, die nach falschem Überbrücken kaputtgehen. Bei den OK-UFO- und EG-UFO-Ausführungen (automatische Tiefen- und Hangregelung) können Sensoren und die Steuereinheit Störungen verursachen; Ersatzelektronik ist rar, testen Sie diese Funktionen beim Kauf daher gründlich. Bedenken Sie außerdem, dass die originale japanische Beleuchtung ohne Anpassung nicht den deutschen Straßenverkehrsanforderungen entspricht.

Yanmar AF-15 bis AF-18 Marktwert: Was kostet er?

Auf Basis des aktuellen Angebots niederländischer, belgischer und deutscher Händler sowie des japanischen Exportmarkts (Stand Mitte 2026) sind dies realistische Richtpreise. Es handelt sich um Angebotspreise — rechnen Sie mit etwas Verhandlungsspielraum — und die AF-17/AF-18 liegt stets am oberen Ende der Spanne, die AF-15/AF-16 am unteren Ende.

Situation Richtwert
Japanischer Auktions-/Exportzustand, ungetestet (exkl. Transport und Verzollung) € 1.000 – € 2.000
Händler NL/DE, fahrbereit und getestet, ohne Fräse € 3.500 – € 4.500
Gepflegter Zustand, mit Fräse und/oder Schlegelmäher, Wartung durchgeführt € 4.500 – € 5.500
Vollständig überholt und neu lackiert, oft mit Fräse € 6.500 – € 8.500

Preisbestimmend sind vor allem der Betriebsstundenstand (300–800 Stunden sind bei diesem Grauimport durchaus üblich; über 1500 Stunden sinkt der Preis merklich), eine nachweislich funktionierende UFO-/Hubautomatik (defekte Elektronik wird in der Praxis oft auf manuelle Bedienung umgerüstet — akzeptabel, drückt aber den Preis), eine mitgelieferte Fräse (rechnen Sie mit € 400–800 Mehrwert), der Zustand der Reifen und angepasste Straßenbeleuchtung. Alle Beträge sind Richtwerte.

Yanmar AF-15 bis AF-18 besichtigen: darauf achten Sie

Starten Sie den Motor kalt: Die Vorglühlampe sollte nach 1 bis 3 Sekunden erlöschen, und der Motor sollte danach zügig anspringen. Zwei- oder dreimaliges Vorglühen deutet auf verschlissene Glühkerzen oder eine schwache Batterie hin. Achten Sie auf den Auspuff: Etwas Rauch beim Kaltstart ist normal, anhaltender weißer oder schwarzer Rauch nicht. Prüfen Sie, ob die Öldruck- und Ladekontrollleuchte nach dem Start erlöschen, ob das Hubwerk gleichmäßig hebt und senkt (und nicht unter Last absackt), ob sich die PTO in allen Stellungen schalten lässt, ob die Differentialsperre ein- und ausschaltet und bei UFO-Ausführungen, ob keine Warnleuchten am Bedienfeld blinken — Blinken bedeutet eine Sensorstörung. Ziehen Sie den Ölmessstab: Motoröl, das nach Diesel riecht oder zu hoch steht, deutet auf eine undichte Membran der Förderpumpe hin. Prüfen Sie abschließend den Betriebsstundenzähler im Zusammenhang mit dem Gesamtzustand; eine Maschine mit hoher Stundenzahl, aber nachweisbarer Wartung ist oft ein besserer Kauf als ein aufpolierter Steher.

💡 Shop4trac-Tipp: Gerade eine AF-15 bis AF-18 gekauft? Beginnen Sie mit einem kompletten Filterwechsel: Das Filterset Yanmar AF15–AF18 (SKU-10090) enthält Luft-, Kraftstoff- und Ölfilter in einem Set. Steigt die Temperatur an, liefern wir für beide Motoren die Wasserpumpe 3TNA72/3TNE74 (SKU-40090) und den Thermostat 82 °C (SKU-45015) ab Lager.
Yanmar AF-15 bis AF-18: alle technischen Spezifikationen im Überblick
Vorheriger Beitrag
Yanmar AF-15 bis AF-18: alle technischen Spezifikationen im Überblick
Nächster Beitrag
Yanmar 2TNV70, 3TNV70 & 3TNV76 Probleme beheben: Fehlersuche in der Praxis
Yanmar 2TNV70, 3TNV70 & 3TNV76 Probleme beheben: Fehlersuche in der Praxis
Menü
Währung
Hilfe benötigt?
Kontakt aufnehmen