Die Kubota KL-Serie — in Japan unter dem Namen King Wel verkauft — ist eine der meistverkauften Traktorserien, die Kubota je gebaut hat. Diese kompakten allradgetriebenen Traktoren aus den 1990er-Jahren tauchen heutzutage häufig als japanischer Import auf, und das nicht ohne Grund: Sie sind reich ausgestattet, mechanisch bärenstark und es gibt umfangreiches Praxiswissen sowie ein breites Ersatzteilangebot. In dieser Kaufberatung erfährst du, welche Modelle es gibt, worauf du achten solltest und für wen diese Serie geeignet ist.
Geeignet für die gesamte KL-Serie: KL21, KL23, KL25, KL27, KL30, KL33, KL36, KL43 und die H-Varianten KL28H, KL31H, KL34H, KL38H, KL41H, KL46H und KL50H.
Die Serie besteht aus zwei Hauptgruppen. Die Basisreihe reicht von der KL21 (21 PS) bis zur KL43 (43 PS), alle mit Dreizylinder-Kubota-Dieselmotoren. Daneben gibt es eine H-Reihe von KL28H bis KL50H; die schwereren H-Modelle (KL38H und größer) haben Vierzylinder-V-Motoren. Alle Modelle sind serienmäßig allradgetrieben. Außerdem gibt es K- und KS-Ausführungen: abgesenkte Gartenbau- und Obstplantagenversionen der KL25 und KL30 mit niedrigerer Sitzhöhe und kleineren Rädern.
| Modell | Motor | Leistung (PS/U/min) | Zylinder |
|---|---|---|---|
| KL21 | Kubota D1403-M | 21/2600 | 3 |
| KL23 | Kubota D1463-M | 23/2500 | 3 |
| KL25 | Kubota D1463-MA | 25/2600 | 3 |
| KL27 | Kubota D1503-M | 27/2600 | 3 |
| KL30 | Kubota D1503-MA | 30/2700 | 3 |
| KL33 | Kubota D1503-MB | 33/2800 | 3 |
| KL36 | Kubota D1503-M (Turbo-Ausführung) | 36/2700 | 3 |
| KL43 | Kubota D1703-M | 43/2800 | 3 |
| KL28H | Kubota D1703-M | 28/2600 | 3 |
| KL31H | Kubota D1703-MA | 31/2700 | 3 |
| KL34H | Kubota D1803-M | 34/2700 | 3 |
| KL38H | Kubota V2203-M | 38/2600 | 4 |
| KL41H | Kubota V2203-MA | 42/2600 | 4 |
| KL46H | Kubota V2403-M | 46/2600 | 4 |
| KL50H | Kubota V2403-MA | 50/2700 | 4 |
Auffälliges Detail: Die KL41H leistet laut Werksangabe 42 PS — ein PS mehr, als der Name vermuten lässt. Viele Modelle waren sowohl mit Sicherheitsrahmen als auch mit Kabine lieferbar; die Kabinenversionen sind schwerer und etwas höher.
Was die King Wel damals besonders machte, ist die Ausstattung. Die Serie verfügt über ein elektronisches Armaturenbrett mit LCD-Anzeige, automatische Vorglühsteuerung, Monroe-Matic (automatische Horizontaleinstellung des Hubwerks), automatische Arbeitstiefenregelung, AD-Doppelgeschwindigkeitslenkung (die inneren Vorderräder drehen sich in der Kurve schneller für einen engeren Wendekreis) und bei vielen Ausführungen das U-Shift-Getriebe mit 16 bis 24 Vorwärtsgängen. Das Instrumentenbrett verfügt sogar über einen integrierten Selbstdiagnosemodus, mit dem sich Sensorwerte auslesen lassen — nahezu einzigartig in dieser Klasse und Altersstufe. In der Praxis bedeutet dies viel Komfort, aber auch: mehr Sensoren und Steckverbindungen, die nach 25 bis 30 Jahren Aufmerksamkeit benötigen.
Mechanisch sind diese Traktoren äußerst langlebig. Die Motoren stammen aus der Zeit vor den strengen Emissionsvorschriften und gelten als robust und drehmomentstark. Die Risiken liegen vor allem im Alter der Elektronik und der Gummiteile. Kontrolliere bei der Besichtigung in jedem Fall folgende Punkte. Funktioniert das komplette Instrumentenbrett und leuchten beim Einschalten der Zündung alle Kontrollleuchten kurz auf? Arbeitet die Monroe-Matic und das Hubwerk geschmeidig, auch bei niedriger Drehzahl? Schaltet das U-Shift- oder Shuttle-Getriebe sauber, ohne Ruckeln oder Kriechen? Tritt an den Achsschenkeln der Vorderachse Öl aus (eine bekannte Verschleißstelle)? Startet der Motor nach dem automatischen Vorglühen zügig, ohne anhaltenden blauweißen Rauch? Die Praxis zeigt, dass die meisten „mysteriösen“ elektronischen Störungen keine defekte Leiterplatte sind, sondern schlicht Korrosion in den Steckverbindungen — oft mit Kontaktspray zu beheben. Eine Ersatz-Hauptplatine ist dagegen teuer und schlecht lieferbar, weshalb ein vollständig funktionierendes Bedienfeld ein wichtiges Kaufkriterium ist.
Als Importkäufer solltest du bedenken, dass die Bedienelemente und Aufkleber auf Japanisch sind, dass die Beleuchtung meist nicht den europäischen Anforderungen entspricht und dass offizielle Kubota-Händler bei diesen japanischen Inlandsmodellen keine Unterstützung leisten. Ersatzteile sind zum Glück gut erhältlich: Die KL-Serie teilt sich ihre Technik größtenteils mit der Kubota GL-Serie (Grandel) und den L-Exportmodellen, wodurch Filter, Dichtungen und Motorteile problemlos lieferbar sind.
Für Garten, Reitplatz und kleinere Erdarbeiten mit einer Fräse oder einem Schlegelmulcher von 1,2 bis 1,5 Metern reicht eine KL21 bis KL27. Wer regelmäßig pflügt, transportiert oder eine schwerere Fräse betreibt, entscheidet sich für eine KL30, KL33 oder KL36. Die KL43 und die größeren H-Modelle sind vollwertige Ackerbautraktoren im kompakten Format, geeignet für Geräte, die man normalerweise hinter einen Mittelklassetraktor hängt. Eine Faustregel aus dem japanischen Markt: Exemplare mit weniger als 1.500 bis 2.000 Betriebsstunden und vollständig funktionierender Elektronik sind am begehrtesten; darüber zählt vor allem der Zustand der Sensoren, Steckverbindungen und (bei Kabinenmodellen) der Klimaanlage.
Tipp von Shop4trac: Plane direkt nach dem Kauf eine große Wartung ein. Mit dem kompletten Filterset Kubota KL21–KL33 (SKU-10102), 15W40-Motoröl und frischem Getriebe-/Hydrauliköl gehst du sicher, dass du mit einer sauberen Basis startest.