Springt Ihr Iseki TA nicht an, oder verweigert das Heckhubwerk den Dienst? Die Original-Anleitung der TA-Serie enthält umfangreiche Störungstabellen, und aus der Praxis kennen wir die Schwachstellen dieser Serie inzwischen gut. In diesem Artikel kombinieren wir beides zu einem praktischen Stufenplan.
Geeignet für die gesamte Serie: Iseki TA207, TA227, TA247, TA263, TA267, TA287 und TA317 (2WD und 4WD).
Die häufigste "Störung" ist überhaupt kein Defekt: Der Anlasser tut nichts, weil die Startsperre nicht freigibt. Prüfen Sie, ob das Kupplungspedal vollständig durchgetreten ist (der Startkontakt sitzt am Pedal), ob die Schalthebel auf Neutral stehen und ob bei der G-Ausführung der PTO-Schalter auf OFF steht. Tut der Anlasser dann noch immer nichts: Messen Sie die Batterie (12 V), prüfen Sie die Batteriepole auf Korrosion und kontrollieren Sie die Sicherungen. Ein verschlissener oder verschmutzter Startsperrenkontakt kommt in diesem Alter regelmäßig vor und ist günstig zu ersetzen. Dreht der Anlasser wohl, springt der Motor aber nicht an, denken Sie an: leeren oder verschmutzten Kraftstofffilter, Luft im Kraftstoffsystem (entlüften!), unzureichendes Vorglühen bei Kälte oder defekte Glühkerzen. Die vollständige Startprozedur steht in unserem Artikel über Iseki TA starten & Bedienung.
Ein separater Verdächtiger bei Startproblemen ist das Stoppsolenoid (Kraftstoffabsperrventil) an der Kraftstoffpumpe. Dieser Magnet öffnet bei Zündung-an die Kraftstoffzufuhr und schließt sie beim Abstellen. Ist das Solenoid defekt oder erhält es keinen Strom, dreht der Anlasser einwandfrei, aber der Motor bekommt schlicht keinen Diesel – er springt nicht an oder stirbt sofort wieder ab. Umgekehrt kann ein klemmendes Solenoid dazu führen, dass der Motor nicht stoppen will , wenn Sie den Schlüssel umdrehen. Testen ist einfach: Schalten Sie die Zündung ein und hören Sie, ob an der Pumpe ein deutliches Klicken zu hören ist; messen Sie andernfalls, ob 12 V an der Solenoid-Verbindung anliegen. Kein Klicken bei vorhandener Spannung bedeutet ein defektes Solenoid; keine Spannung bedeutet ein Verkabelungs- oder Zündschlossproblem. Solenoide sind marken- und pumpenspezifisch – schauen Sie in unserem Solenoid-Sortiment und prüfen Sie die Ausführung immer anhand des Motortyps und der Chassisnummer, bevor Sie bestellen.
Rauch ist bei diesen Dieselmotoren ein guter Diagnoseindikator. Schwarzer Rauch bedeutet zu viel Kraftstoff oder zu wenig Luft: meist ein verstopfter Luftfilter, Überlastung (zu großes Arbeitsgerät, zu hoher Gang) oder verschmutzte Einspritzdüsen. Weißer Rauch ist unverbrannter Diesel oder Wasserdampf: normal bei einem Kaltstart mit zu kurzem Vorglühen, hält er aber an und geht dabei Kühlflüssigkeit verloren, deutet das auf eine undichte Zylinderkopfdichtung hin. Blauer Rauch ist Ölverbrauch: verschlissene Kolbenringe oder Ventilschaftdichtungen, oft in Kombination mit einem Motor, der schlecht zieht. Für die Motoren E3AG1 und E3AD1 sind Kolbenringe für den TA207/TA227 (SKU-95060), Kolbenringe für den TA287/TA317 (SKU-95058) und Ventilschaftdichtungen (SKU-410001) ganz normal lieferbar – achten Sie auf den Motortyp auf dem Typenschild.
Für das elektronisch gesteuerte Hubwerk gibt die Anleitung eine klare Diagnosereihenfolge vor. Prüfen Sie vor allem drei Dinge: Stehen die Drehknöpfe und Wahlschalter am Bedienpanel in der richtigen Position, steht der Prüfschalter aus, und ist die Safety Start freigegeben? Ein Hubwerk, das "völlig tot" wirkt, steckt überraschend oft einfach noch in der Startsperre, oder der Senkgeschwindigkeitsknopf steht auf "lock".
Bewegt sich der Hubzylinder danach noch immer nicht, arbeiten Sie diese Punkte aus der Anleitung ab. Prüfen Sie zuerst die Masseverbindung: ein rostiger oder verschmutzter Massepunkt ist Ursache Nummer eins bei diesen Maschinen – schleifen Sie die Kontaktfläche blank und ziehen Sie sie erneut fest. Drücken Sie anschließend alle Steckverbindungen gut fest, prüfen Sie die Sicherungen (insbesondere die der Magnetventil-Verkabelung) und messen Sie, ob 12 V Versorgungsspannung anliegen. Hören Sie danach, ob die Magnetventile beim Betätigen hörbar klicken; Sie können auch den manuellen Druckstift am Ventil eindrücken, wodurch sich festsitzender Schmutz manchmal löst. Klickt nichts oder kommt kein Öl, dann benötigt das Magnetventil oder der Verteiler (Flow Divider) Wartung. Reagiert das Hubwerk genau umgekehrt auf den Schalter, sind die Ventilverkabelung oder die Zylinderleitungen vertauscht angeschlossen.
Wird das Arbeitsgerät im Automatikmodus nicht waagerecht, stellen Sie zuerst den Kippdrehknopf in die Mittelstellung und prüfen Sie danach die Einstellung des Neigungssensors. Funktioniert die Parallelstellung nicht, ist meist der Hubsensor am Hubzylinder verstellt oder dessen Stecker hat sich gelöst. Reagiert die Tiefenregelung nicht, prüfen Sie, ob der Tiefensensor angeschlossen ist und ob der Bedienhebel ganz nach vorne steht. Und funktioniert die Backup-Funktion nicht: Diese schaltet sich bewusst nicht ein, wenn das Arbeitsgerät bereits mit dem Positionshebel angehoben wurde. Aus der Praxis kennen wir auch Fälle, in denen der elektronische Bedienkasten selbst "hängen" bleibt, wodurch das Hubwerk nicht absinkt oder gerade plötzlich absinkt; prüfen Sie dann zuerst Masse, Stecker und Sensoren, bevor Sie den Kasten abschreiben, denn in den meisten Fällen liegt die Ursache in diesen Randbedingungen.
Für die elektrische Anlage gilt immer die Reihenfolge: Lampe/Glühfaden → Sicherung → Masse und Kontakte. Scheinwerfer funktioniert nicht? Zuerst die Lampe ersetzen, dann die Sicherung, dann die Anschlüsse reinigen. Blinker blinkt nicht: Lampe oder Blinkgeber. Die TA-Serie hat acht Steckersicherungen im Sicherungskasten (mit Ersatzsicherungen und einer Sicherungszange im Kasten) sowie zwei Schmelzverbindungen (Fusible Links) in der Hauptverkabelung. Ein durchgebrannter Fusible Link ist an einer aufgeblähten oder verfärbten Isolierung erkennbar; dahinter ist die gesamte Anlage spannungslos. Ersetzen Sie eine Sicherung immer durch denselben Wert und suchen Sie zuerst die Ursache des Durchbrennens – und verwenden Sie niemals ein Stück Draht als Notlösung.
Neben den Störungen aus der Anleitung sehen wir bei der TA-Serie eine Reihe wiederkehrender Verschleißprobleme. Die Wasserpumpe ist die bekannte Schwachstelle der Landleader-Serie: Die Lager bekommen Spiel (spürbar am Kühlerventilator) und die Pumpe fängt an zu lecken – erkennbar an Kühlflüssigkeitsspuren unter der Pumpe oder einem kreischenden Geräusch. Ersetzen Sie sie dann sofort, denn eine ausfallende Wasserpumpe bedeutet Überhitzung und im schlimmsten Fall eine undichte Zylinderkopfdichtung; in unserem Artikel über die defekte Wasserpumpe beim Iseki TA210 – TA530 zeigen wir den kompletten Austausch. Die Wasserpumpe Iseki TA207 – TA267F (SKU-321) ist ab Lager lieferbar; haben Sie einen TA287 oder TA317, mailen Sie uns kurz für die richtige Ausführung.
Bei den 4WD-Modellen (F) ist Ölleckage an der Vorderachse ein bekanntes Problem: Die vertikalen Vorderachs-Simmerringe trocknen aus, wodurch die Achsschenkelgehäuse Öl verlieren. Weiterfahren bedeutet eine trockengelaufene Vorderachse. Die Simmerringe sind einzeln lieferbar: Vorderachs-Simmerring vertikal TA207 – TA317 (SKU-96065) und Vorderachs-Simmerring TA207 – TA317 (SKU-96014). Rutscht die Kupplung durch (Drehzahl steigt, Geschwindigkeit nicht, Brandgeruch), gibt es einen kompletten Kupplungssatz für den TA210 – TA317 (SKU-999998), oder einzeln eine Kupplungsscheibe (SKU-3018418-2) und Druckplatte (SKU-75030). Die Lichtmaschine und der Spannungsregler lassen im Alter ebenfalls nach (Ladekontrollleuchte bleibt an). Und bei Grauimport-Maschinen weichen die Hydraulikschläuche und Bedienkästen der japanischen Ausführung manchmal von den europäischen Versionen ab; prüfen Sie daher bei der Bestellung immer die Chassisnummer. Zur Referenz: Die TA-Serie teilt viel Technik mit bestimmten Massey Ferguson 1200-Kompaktmodellen, was die Ersatzteilsuche vereinfachen kann – überprüfen Sie die Passform jedoch immer anhand der Seriennummer.
Produkt-Tipp: häufig verwendete Teile bei diesen Störungen sind die Wasserpumpe Iseki TA207 – TA267F (SKU-321), die Lichtmaschine Iseki TA207 – TA267 (SKU-120002), die Glühkerze Iseki TA (SKU-554016-5), der Anlasser TA250 – TA267F (SKU-129011), der Kupplungssatz TA210 – TA317 (SKU-999998) und der Blinker Iseki TA Landleader (SKU-50009).