Manche Reparaturen beginnen mit einem Anruf.
Diese begann mit einem Video: ein Iseki TA262, der halb unter Wasser in einem Kanal hing, während ein paar Leute versuchten, ihn aus dem Schlamm zu ziehen.
Nicht gerade ein alltäglicher Fall bei Shop4trac.
Als der Traktor endlich festen Boden erreichte und später am Abend in der Werkstatt abgeliefert wurde, war sofort klar: Das würde keine einfache Aufgabe werden.
Die ersten Bilder zeigen, wie der Iseki Landleader TA262 in die Werkstatt gebracht wird. Alles stand unter Wasser – der Motor, Lufteinlass, Hydraulik – und wir wissen alle, was das bedeutet. Wasser in einem Motor ist nie ein gutes Zeichen.
Bevor ich mit der Demontage begann, hatte ich schon kurz nachgesehen. Es war schnell klar, dass der Motor vollständig mit Wasser gefüllt war.
Die Arbeit begann mit dem Entfernen der Motorhaube und der Demontage der Ansaug- und Abgassysteme. Jedes Teil, das wir entfernten, erzählte dieselbe Geschichte: überall Schlamm, milchiges Öl und Schmutz, der in jeder Ecke versteckt war.
Nach dem Entfernen des Ansaugtrakts wurde klar, dass die Einspritzdüsen raus mussten. Der Motor stand komplett unter Wasser. Durch das Entfernen der Einspritzdüsen kann man das Wasser mittels Kompression aus den Zylindern pressen – eine schmutzige Arbeit, aber notwendig.
Mit ausgebauten Einspritzdüsen, entferntem Auspuffkrümmer und offenem Ansaugtrakt konnte ich endlich sehen, wie groß der Schaden wirklich war. Clip für Clip zeigte, wie weit das Wasser eingedrungen war. In einem Fragment spritzte das Öl sogar an die Decke, als ich den Motor durchdrehen ließ – ein typischer Videomoment.
Der Motor musste vollständig vom Wasser befreit werden:
Wasser aus dem Block pressen durch wiederholtes Starten ohne Einspritzdüsen
gemischtes Öl und Wasser ablassen und durch frisches Öl ersetzen
eine komplette Motorspülung durchführen
später noch eine zusätzliche Spülung, um sicherzustellen, dass keine Rückstände zurückblieben
Nach dem Reinigen und Trocknen aller Teile haben wir den Motor wieder ordentlich zusammengebaut und einen neuen Kühler eingebaut – der alte war nämlich undicht.
Das erste Durchdrehen ohne Einspritzdüsen erzeugte zumindest Öldruck – immer ein beruhigendes Zeichen.
Danach kam der echte Test: Einspritzdüsen wieder einbauen, Diesel ersetzen und entlüften, Schlüssel umdrehen.
Der Motor versuchte zu starten, aber das Stoppmagnetventil war defekt. Nach dem Abklemmen und einem neuen Versuch…
Da war der Moment.
Nach all der Arbeit sprang er an. Noch nicht perfekt – es war noch Feuchtigkeit drin – aber er lief.
Wenig später lief er schon gut genug, um Betriebstemperatur zu erreichen und die übrigen Systeme zu testen. Nach etwa zehn Minuten führte ich noch eine zusätzliche Motorspülung durch, um wirklich jede Spur von Wasser zu entfernen. Danach füllte ich ihn erneut mit frischem Öl und einem neuen Filter auf.
Die Getriebe- und Hydrauliksysteme waren dem Wasser ebenfalls nicht entkommen. Alle Öle wurden abgelassen, Filter wurden ersetzt und überall kam neues Öl hinein. Ein Traktor, der unter Wasser stand, wird mit ziemlicher Sicherheit mit Kondenswasser und langfristiger Verschmutzung zu kämpfen haben – deshalb ist es ratsam, sofort alles zu ersetzen.
Als letzter Schritt bekam der TA262 eine gründliche Wäsche. Im Video siehst du, wie der Industriereiniger seine Arbeit tut: Der Schlamm gleitet fast von selbst ab, und innerhalb von zwanzig Sekunden siehst du einen Traktor, der nicht mehr wie eine Maschine aussieht, die zwei Tage in einem Kanal gelegen hat.
Und das ist vielleicht das Schönste an solchen Projekten: eine Maschine, die fast aufgegeben wurde, wieder vollständig in einen funktionierenden Zustand zu versetzen. Egal wie viel zu tun ist, für solche Rettungsaktionen nehme ich mir immer Zeit.
Arbeitest du selbst an einem Iseki, Kubota, Yanmar oder einem anderen japanischen Mini- oder Kompakttraktor?
Viele der Teile, die ich in diesem Video ersetzt habe – Filter, Hydraulikkomponenten, Dichtringe, elektrische Teile – sind über unseren Webshop erhältlich. Geh über die Suchleiste zu ‚Iseki TA‘ und finde alle Teile.